"Hello Mummy"

GROSSLITTGEN/EISENSCHMITT. (ks) In der Kindertagesstätte Großlittgen und im Kindergarten Eisenschmitt werden die Vorschulkinder in einer neuen Form der Vorschulerziehung in die Grundschule Großlittgen begleitet. Nach einem halben Jahr Praxis ziehen Eltern und Erzieher eine positive Bilanz.

"Kira und Jull kommen ganz stolz nach Hause, wenn sie uns zeigen können, wie sie nach ihrem Vornamen jetzt auch schon meinen Vornamen schreiben können." Mutter Birgit Wüstenfeld findet es "total super", dass ihre Zwillinge spielerisch und mit viel Freude in der Kindertagesstätte (Kita) Großlittgen auf das erste Grundschuljahr vorbereitet werden. "Beide Kinder freuen sich täglich auf die Herausforderung im Kindergarten, um dann wieder mit neuen Wörtern nach Hause zu kommen." Sabine Schleidweiler bemerkte bei ihrem sechsjährigen Sohn Noah die aufkommende Langeweile. "Schon wieder Kindergarten - ist doch alles so langweilig." Seit dem zusätzlichen Angebot der Frühpädagogik geht Noah wieder ganz begeistert morgens aus dem Haus. "Auch für Alyssa ist diese eine Stunde pro Tag etwas Besonderes. Stillsitzen, Konzentration, Aufmerksamkeit und überhaupt das Handeln nach Anweisung ist für sie eine zusätzliche Herausforderung, die sie gern annimmt", begrüßt Mutter Nicole Altstätt ausdrücklich die Vorschule. "Hello Mummy, how are you?" "So begrüßt mich meine Tochter Mary immer dann mit besonderer Begeisterung, wenn sie aus der Englisch-Stunde kommt." Die Kinder von Andrea Dubovik wachsen durch ihren amerikanischen Vater zweisprachig auf. "Nach meiner persönlichen Erfahrung in den USA ist es für Kinder sehr wichtig, so früh wie möglich in Kontakt mit einer zweiten Sprache zu kommen. Für mich sind die Kinder mit fünf und sechs gerade im richtigen Alter, um ausgesprochen leicht eine Fremdsprache zu erlernen", gibt sie ihre Erfahrungen wieder. Der Leiter der Kita, Diplom-Sozialpädagoge Alois Debald, hatte im Mai 2004 verschiedene moderne englischen Kindertagesstätten (Early Excellence Centers) besucht. Dies gab damals den Anstoß, gemeinsam mit der Rektorin der Grundschule Großlittgen, Hildegard Stephany, die Vorschulkonzeption in die Praxis umzusetzen. Für sie ist es "ein Hauptanliegen der Grundschule, die inhaltliche und pädagogische Arbeit zwischen Kindertagesstätte und Grundschule aufeinander abzustimmen und damit den Kindern einen weitgehend nahtlosen Übergang in die Schule zu ermöglichen". Im täglichen Wechsel werden in den Kindertagesstätten bisher vier Lern-Module angeboten. Bei den Vorübungen zur Entwicklung der Lesekompetenz geht es vor allem darum, dass die Kinder die Gliederungselemente der gesprochenen Sprache erkennen lernen. Beim zweiten Modul wird die Schreibkompetenz erarbeitet. Mit Unterstützung von Musik, Rhythmik und Malen wird die Feinmotorik ausgebildet. Neben dem Modul Mengen- und Zahlenverständnis ist Englisch im Angebot. Die Fremdsprache wird parallel zur Sprachentwicklung der Muttersprache mit Hilfe von Lernsoftware trainiert.