Hitze, Sonne und kein Regen

TRABEN-TRARBACH. Das Wetterjahr 2003 hielt eine Vielzahl an spektakulären Ereignissen bereit. Zahlreiche neue, teils sensationelle Rekorde sind zu bestaunen. Der Traben-Trarbacher Hobby-Meteorologe Rudolf Heydenreich blickt zurück.

Nach drei ungewöhnlich nassen Jahren in Folge schlug das Pendel 2003 ins genaue Gegenteil: Wir erlebten ein ausgesprochenes Trockenjahr. Messbarer Niederschlag fiel lediglich an 141 Tagen, 2002 waren es noch deren 188.Mit 594 Millimeter (= Liter je Quadratmeter) Niederschlag wurde das Soll um rund ein Viertel verfehlt. In meiner Messreihe waren nur die Jahre 1991 und 1996 noch etwas trockner. Nur ein Monat brachte mehr als 100 Liter in den Regenmesser, dies war dem Januar vorbehalten. Er bescherte uns auch den nassesten Tag des Jahres: der 2. Januar mit 37,0 Liter.Völlig einmalig jedoch ist die Serie der Trockenmonate. In der gesamten zweiten Jahreshälfte erreichte kein einziger Monat das Regensoll. So beklagen wir denn auch von Juli bis Dezember ein Niederschlagsdefizit von rund 40 Prozent. Als Ergebnis weisen seit Monaten alle deutschen Flüsse sowie der Bodensee ungewöhnlich niedrige Wasserstände auf.Gewittertage: Wir melden 36, eine außergewöhnlich hohe Zahl, die nur von dem Jahr 2000 übertroffen wird. Die einzigen gewitterfreien Monate waren der Februar und der Dezember.Kommen wir zur Winterbilanz, und hier sieht es gar nicht einmal so schlecht aus.Zehn Tage Dauerfrost

Zehn Eistage mit Dauerfrost, 17 Tage mit Schneefall, auch wenn eine Schneedecke im Moseltal selten längere Zeit Bestand hatte und zur großen Überraschung: 75 Frosttage. Sie wurde verursacht durch einen kalten Januar und Februar. Auch März, April sowie Oktober und Dezember steuerten hier einiges bei.Doch nun zum Höhepunkt des Jahres: die große Wärme.2003 lag im Temperaturmittel exakt auf Vorjahresniveau und weist einen Temperaturüberschuss von 1,3 Grad auf. 2003 wurde zum siebten Jahr in Folge, das zu warm ausfällt. Unterbrochen wurde die Serie der zu warmen Monate lediglich durch einen kalten Februar und die Rekordkälte im Oktober.An 151 Tagen stieg das Thermometer über 20 Grad, dies ist ungewöhnlich und ebenso ein Rekord wie die sensationellen 98 Sommertage mit mehr als 25 Grad. Mit 38 heißen Tagen wurde der bisherige Rekord geradezu deklassiert. Noch vor dem eigentlichen Sommerbeginn, am 31. Mai, konnten wir den ersten heißen Tag genießen, letztmals über 30 Grad meldeten wir am 20. September. Der neue Allzeit-Temperaturrekord von 39,8 Grad am 8. August wird sicherlich auf lange Zeit Bestand haben.In der Sonnenscheindauer verbirgt sich die letzte Überraschung: Außer dem Oktober weisen alle Monate einen teils erheblichen Sonnenscheinüberschuss aus.An vielen deutschen Wetterstationen wurde 2003 zum sonnenscheinreichsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, wobei die Messreihen teilweise 50 bis 100 Jahre zurückreichen.