Kirche: Langes Warten hat ein Ende

Kirche : Langes Warten hat ein Ende

Die fehlende Glocke im Turm der Lebensbaumkirche in Manderscheid wird an diesem Montag an ihren Platz gehoben. Vom dritten Adventssonntag soll das Geläut komplett zu hören sein.

In der Pfarreiengemeinschaft Manderscheid blickt man mit großer Erwartung auf diesen Montag, 10. Dezember. Das Glockengeläut von St. Hubertus wird an diesem Tag komplettiert. Unter der Leitung der Glockengießerei Mark aus Brockscheid wird gegen 14 Uhr mithilfe eines Krans die bisher fehlende vierte Glocke in den Glockenturm gehoben werden.

Zuvor muss durch Arbeiten an der Turmöffnung noch Platz geschaffen werden, damit die 1,30 Meter breite und 1400 Kilometer schwere Glocke an ihren Platz gebracht werden kann. Der zuständige Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Paul Eich freut sich: „Der Glockenstuhl und die Läuteanlage in der Sakristei sind bereits für diese Glocke ausgelegt, die dem Geläut die Grundlage für einen ausgefüllten Moll-Drei-Klang liefern soll.“

Die „Neue“ trägt die Inschrift: „Franziskus heiße ich, den Schöpfer lobe ich.“ Sie trägt auf einer Seite ein Bild des heiligen Franziskus, einiger Tiere und der Lebensbaumkirche sowie auf der anderen Seite das Taukreuz, ein Symbol des Franziskanerordens, der auch im ehemaligen Manderscheider Kloster vertreten war. Der Name des Kreuzes leitet sich vom 19. Buchstaben des griechischen Alphabets ab.

Mit dem Aufhängen der vierten Glocke findet eine lange Geschichte ihre Vollendung, die Jürgen Neuhaus aufgezeichnet hat. Er fasst zusammen: „Von den drei Glocken der ehemaligen Pfarrkirche wurden zwei durch die Nazis 1942 beschlagnahmt. Der Manderscheider Bierlieferant Jakob Krischel konnte sie nach dem Krieg damals auf dem Glockenfriedhof in Hamburg-Veddel wieder abholen. Hier warteten weit mehr als 10 000 Glocken auf den Schmelzofen.“

Eine der Manderscheider Glocken sei jedoch beschädigt und nicht mehr zu läuten gewesen. 1968 sei dann das Geläut wieder dreistimmig gewesen. Eine Glocke für den kompletten vierstimmigen Klang fehlte weiter. Sie habe nach einem Spendenmarathon anlässlich des  Jubiläums der Lebensbaumkirche eingeweiht werden können. Zur Sammelaktion erläutert Georg Fox, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenverwaltungsrates: „Der Auftrag war klar: Von den 30 000 Euro Gesamtkosten mussten mindestens 22 000 Euro gesammelt werden. Mit viel Öffentlichkeitsarbeit, Spendentütchen in den Pfarrbriefen, Sonderkollekten und einigen größeren Einzelspenden konnten wir im Mai der Glockengießerei den Auftrag geben.“ Vom dritten Adventssonntag soll das Glockengeläut dann komplett zu hören sein.

Mehr von Volksfreund