Schuldenberg wächst weiter

Die Gemeinde Burgen will weiter in ihre Infrastruktur investieren. Ihr Herzenswunsch, der Neubau eines Kunstrasenplatzes, wird sich in diesem Jahr aber kaum erfüllen.

Burgen. Ein Investitionsvolumen von 1 009 300 Euro sieht der Haushalt 2010 der Gemeinde Burgen vor. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass diese Summe auch ausgegeben wird. Denn die Realisierung des dicksten Postens, 520 000 Euro für den Neubau eines Kunstrasenplatzes, ist ungewiss. Auf der Prioritätenliste des Kreises rangiert Burgen hinter Reil und Zeltingen-Rachtig (der TV berichtete). Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick hat daher in seiner jüngsten Haushaltsrede deutlich gemacht: "Der Kampf um den Platz geht weiter — wir sind bereit und könnten morgen anfangen." Andere Investitionen neigen sich hingegen allmählich ihrem Abschluss entgegen. Seit 2004 wird in Burgen ins Wasser- und Abwassernetz investiert sowie in den Ausbau der Innerortsstraßen. In diesem Jahr fließen 150 000 Euro in den Feidelweg, 60 000 Euro in die Straße Im Herrenfeld und 10 000 Euro in die Pfingstwies. Weitere 100 000 Euro sind im Haushalt eingestellt für eine Photovoltaikanlage auf dem Turnhallendach. Bereits beschlossen ist zudem die Beteiligung an der Erweiterung des Kindergartens Veldenz, bei dem auch Gornhausen als Träger mit im Boot ist. Der Burgener Anteil beträgt 86 900 Euro. Außerdem sind 67 500 Euro für die Friedhofssanierung eingeplant und 11 400 für den Grafschafter Kulturweg. Zur Finanzierung der Vorhaben ist ein Kredit von 377 500 Euro vorgesehen. Weitere 632 000 Euro werden als Zuschüsse von Land und Kreis sowie in Form von Beiträgen und Grundstückserlösen erwartet. Aktuell drücken die Gemeinde 696 053 Euro Schulden (Stand Ende 2009). Für jeden der 593 Burgener — elf mehr als ein Jahr zuvor — sind das 1174 Euro. Der Landesschnitt vergleichbar großer Kommunen liegt bei 310 Euro.

Grasnick sieht jedoch keine Alternative zum Schuldenmachen. "Wir investieren in unaufschiebbar notwendige Projekte", kritisiert er, dass den Gemeinden das Geld "weggenommen" werde. Inzwischen müssten von einem Euro Einnahmen 82 Cent Umlage abgeführt werden. Noch deutlicher als diese um 24 900 Euro höhere Belastung machen sich die 2010 erstmals zu buchenden Wertminderungen von Gemeindevermögen (Abschreibungen) bemerkbar. Die mit Einführung des Buchführungssystems "Doppik" verpflichtende Ausweisung belastet den Gemeindehaushalt laut Kämmerer Günter Wagner mit 203 000 Euro. Daneben tragen geringere Einkommenssteuer (minus 11 500 Euro) und Schlüsselzuweisungen (minus 26 187 Euro) zum Defizit bei den Pflichtaufgaben bei. Lag das Vorjahresminus noch bei 52 700 Euro, so werden für dieses Jahr 146 900 Euro erwartet. 766 700 Euro Aufwendungen stehen nur 619 800 Euro Erträge gegenüber.

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