Stets im Einsatz für benachteiligte Menschen

Stets im Einsatz für benachteiligte Menschen

Seit 1988 war Maria Klein Vorsitzende des Elternkreises behinderter Kinder, den sie selbst gegründet hat. 300 Mitglieder hat der Verein inzwischen, der bei Problemen mit Behörden und Verwaltungen hilft. Den Vorsitz hat jetzt Josef Schmitz übernommen. Maria Klein bleibt im Vorstand beratendes Mitglied.

Wittlich. "Ich bin Mutter eines behinderten Kindes", so lautete die Überschrift eines Artikels, der 1988 im Trierischen Volksfreund erschien. Damit nahm der Elternkreis behinderter Kinder seinen Anfang. Die Gründerin Maria Klein erinnert sich: "Als mein Sohn damals mit Down-Syndrom zur Welt kam, kam ich mir sehr isoliert vor und dachte, dass der Austausch mit anderen Betroffenen helfen würde." Jetzt, 23 Jahre später, hat sie den Vorsitz abgegeben. Aber sie bleibt der Behindertenhilfe erhalten: zum einen als beratendes Mitglied im Vorstand, zum anderen als Koordinatorin des ambulanten Dienstes der St. Raphael Alten- und Behindertenhilfe. Mit fünf Eltern starteten die ersten Treffen, heute ist der Elternkreis eine Beratungsstelle.
In einem Jahr waren es allein 1426 Telefongespräche, die Maria Klein geführt hat. Dabei ging es oft um Probleme mit Verwaltungen und Behörden, um Geschwisterkinder, Entlastung der Eltern, aber auch um persönliche Probleme. "Die schlimmsten Anrufe waren, wenn ein Kind gestorben ist, auch da habe ich bei der Trauerarbeit mitgeholfen", sagt die 59-Jährige. Bei den Behörden hat sich die resolute Vorsitzende immer für die Rechte der behinderten Kinder und ihrer Eltern eingesetzt und viel bei Pflegegeldzahlungen oder Hilfsmitteln erreicht.
Einmal im Monat trifft sich der Elternkreis. Auch Ausflüge in Freizeitparks, Feiern und Zeltlager werden organisiert. "Auf das Zeltlager freuen sich alle ganz besonders, vom Lagerfeuer und der Nachtwanderung sind die Kinder immer begeistert", berichtet Josef Schmitz, der nun den Vorsitz hat.
Durch ein eigenes Budget, über das der Verein durch Fördermitglieder und Spenden verfügt, kann auch unbürokratisch in akuter Not geholfen werden. Am wichtigsten finden beide, dass Freundschaften im Elternkreis entstanden sind. "Es ist einfach so, mit einem behinderten Kind werden sie irgendwann nicht mehr oder nur noch ohne das Kind eingeladen und auch wenn die Kinder größer werden, wird der Kontakt weniger. Da ist man froh, wenn man Menschen in derselben Situation kennt und sich austauschen kann."
Zukünftig möchte Josef Schmitz mit Vorträgen zu Finanzthemen, Geschwisterkindern und Testament das Angebot des Elternkreises erweitern. "Es steht ja alles, Maria Klein hat die Aufbauarbeit geleistet und wird uns ja weiter beratend zur Seite stehen." Maria Klein freut sich auf ein wenig mehr Zeit mit ihrenm fünf Enkeln, Wandern und spannende Krimis.
Jeden zweiten Donnerstag im Monat trifft sich der Elternkreis ab 20 Uhr in den Räumen der Ambulanten Dienste St. Raphael in Wittlich, Kurfürstenstraße 59. Momentan verkauft der Elternkreis Tannenzweige in Bombogen in der Berlingerstraße 47.

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