Strassenbau

Zum Artikel "Infotafeln und Panoramablick: So präsentiert sich die Region an Autobahnen" (TV, 10. August) meint diese Leserin:

"Auch die gähnende Leere auf der A 60 lädt bereits zur Erholung ein", schreibt der Volksfreund. Eine Autobahn, die nur teuer war. Dass sie überflüssig sein würde, konnte man vorher wissen, aber davor verschließt man die Augen bis heute. Das erinnert mich an die treffende Formulierung von Chefredakteurin Isabell Funk zum Nürburgring-Desaster: "Nein, nicht allein die realitätsfernen Pläne haben zum Scheitern geführt, sondern das trotzige Verharren im Falschen." Und drittens dürfte es in wenigen Jahren auch im Hinblick auf den "Hochmoselübergang" genauso lauten - es sei denn, die Regierung ist bereit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Bisher gibt es allerdings nicht einmal ein Dementi zu den schon vor mehr als einem Jahr in den Raum gestellten voraussichtlichen Kosten von realistisch gerechnet mehr als einer Milliarde Euro - im Gegensatz zu den aktuell angegebenen 366 Millionen. Und die Zahl stammt angeblich aus zuverlässigen Quellen. Ich kann mir vorstellen, dass in Mainz vielleicht doch die Bereitschaft wächst, das Projekt ganz unvoreingenommen zu überdenken, das gilt sowohl für die Regierung als auch die Opposition. Denn solche Mehrkosten ständen in keinem Verhältnis zu dem Schadensersatz, der beim Stopp der Baumaßnahme fällig würde. Nicht nur die Bürgerinitiative Pro-Mosel, die Umweltverbände und in der Parteienlandschaft Linke, Piraten und die ÖDP stellen in den Raum, dass von der B 50 neu realistisch gesehen kein Nutzen zu erwarten ist. Sogar aus den offiziellen Unterlagen kann man das herauslesen: Ein Nutzen-Kosten-Faktor, der bei ehrlicher Bewertung nicht ausreicht, ein prognostiziertes Verkehrsaufkommen, das objektiv betrachtet keinesfalls eine autobahnähnliche Fernstraße erfordert, eine Entlastung des Moseltals, die keine ist, weil sich der Verkehr um nicht einmal 10 Prozent verringern würde ... Eine bessere Verbindung von Eifel und Hunsrück ist anders günstiger umzusetzen - bei gleichzeitig besserer Erreichbarkeit des Moseltals! Damit wäre allen geholfen. Heide Weidemann, Erden

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