Wellnesszentrum und Luxushotel

Etwa zehn Millionen Euro wird es kosten, Bernkastel-Kues zu einer großen Gesundheitsoase zu machen. Erste Gespräche laufen. Auch die Bürger können bei dem ehrgeizigen Projekt mitsprechen.

Bernkastel-Kues. Große Pläne in Bernkastel-Kues: Die Stadt will das Projekt "Vino Sanitas" (Wein und Gesundheit) auf mehrere Säulen stellen. Im Mittelpunkt steht der Bau eines Wellness-Zentrums auf dem Kueser Plateau. Die Kosten werden auf 5,3 Millionen Euro taxiert. Das ebenfalls auf dem Plateau stehende Hotel "Moselpark" soll für vier bis fünf Millionen Euro modernisiert werden. Außerdem soll eine Gästekarte konzipiert werden, die viele kostenlose Angebote enthält.

Hintergrund der Pläne ist die heilende Wirkung, die den Inhaltsstoffen der Traube zugeschrieben wird. Die Stadt möchte sich damit ein Alleinstellungsmerkmal schaffen. Wie berichtet, hat sie sich an einem Wettbewerb des Landes Rheinland-Pfalz für Heilbäder und Kurorte beteiligt. Der Lohn: Das Land bezuschusst die Kosten (circa 100 000 Euro) für einen sogenannten Masterplan mit 80 Prozent. Erstellt wurde das mittlerweile vorliegende Werk vom deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif). Jörg Lautwein, Leiter des Mosel-Gäste-Zentrums, stellte die Grundzüge des Planes dem Stadtrat vor. Eine Beschlussfassung über die weitere Vorgehensweise erfolgte nicht. Dies geschieht erst am 31. Januar. Vorher, am 27. Januar (18 Uhr, Güterhalle), werden die Bürger informiert.

Das Wellnesszentrum soll mit viel Glas gebaut und unter anderem mit einem Fitness- und einem Saunapark ausgestattet werden. Wichtig bei diesem Projekt ist eine Förderung (möglichst 35 bis 40 Prozent) durch das Land. Der Rest könnte durch einen Kredit und Kapital der Stadt oder eines Investors aufgebracht werden.

Das dwif gehe, so Lautwein, von einem Jahresgewinn von 350 000 Euro aus. Damit könnte der Kredit abgetragen werden.

Keine Förderung ist für die Modernisierung des Hotels "Moselpark" zu erwarten. Es gehört der Fränkel AG, die in Friedrichshafen am Bodensee ihren Sitz hat.

Erste Gespräche habe es bereits gegeben, sagte Jörg Lautwein. Ihm schwebt der Umbau zu einem Sport- und Tagungshotel der Luxusklasse vor.

"Wir werden offen mit der Sache umgehen und erst einmal die Bürger hören", sagte Stadtbürgermeister Wolfgang Port. "Es gibt zur Zeit auch keinen Grund für eine negative Einschätzung", gab Andreas Hackethal (CDU) die Stimmung im Stadtrat wider.

Meinung

Wichtige Säulen

Der Masterplan weist 450 Seiten auf. Sie lassen sich auf einen Nenner bringen. Wenn die Säulen (Wellnesszentrum, Hotel-Modernisierung) aufgestellt werden können, bringt das ehrgeizige Projekt die Stadt Bernkastel-Kues ein großes Stück weiter. Ohne diese beiden Säulen wird es in den Kinderschuhen stecken bleiben. So einfach ist das. Klar ist auch: Das Land hat den Wettbewerb initiiert, aus dem die Stadt erfolgreich hervorgegangen ist. Das Land steht nun auch in der Pflicht, Projekte großzügig zu fördern. c.beckmann@volksfreund.de

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