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Haftcreme rettete das Jazz-Konzert

Der Ostermarkt in Traben-Trarbach war gut besucht von Jung und Alt. Die Brüder Matthias (sechs Jahre alt, links) und Johannes (acht) durften erst ein grünes Eis schlecken, bevor es viel zu bestaunen gab.Foto: Gerda Knorrn-Belitz
Der Ostermarkt in Traben-Trarbach war gut besucht von Jung und Alt. Die Brüder Matthias (sechs Jahre alt, links) und Johannes (acht) durften erst ein grünes Eis schlecken, bevor es viel zu bestaunen gab.Foto: Gerda Knorrn-Belitz
TRABEN-TRARBACH. Reges Treiben herrschte auf dem Ostermarkt am Trarbacher Moselufer. Zu diesem hatten sich nicht nur viele Händler, sondern auch Besucher aus nah und fern eingefunden. Es wurde geguckt und gekauft, geschnuppert, gekostet und geschlürft. Für eine lässig-lockere musikalische Unterhaltung sorgte die Red Wing New Orleans Jazzband. ARRAY(0x1fccbc10)

Der wolkenbedeckte Himmel am Samstag hatte nicht ganz so viele Gäste wie in den Vorjahren auf den Markt gelockt. Viele Händler zeigten sich dennoch mit ihrem Umsatz zufrieden. Heu-Floristik nennt sich die Kunst, der Helga Stuntner aus Kaiserslautern nachgeht. Putzige Hasen und Heu-Mäuse warteten an ihrem Stand darauf, ein neues Zuhause zu bekommen. "Der Markt hängt von den Schiffen ab, die hier anlegen. Und die sind noch nicht so voll", stellte sie im Laufe des Tages fest. Etwas ruhiger als in den Vorjahren sei es schon, "da kam man oft nicht zum Auspacken". Das liege sicher am Wetter, mutmaßt die Heu-Floristin, deren Ehemann sich in der Vergangenheit auch schon mal einen Sonnenbrand auf dem Ostermarkt geholt hatte.Vielfältige Düfte betören die Sinne

Vielfältig die Düfte, die der zeitweilig kühle Frühlingswind über den Markt trieb. Würstchen und Pommes, Fisch und Crêpes, Dampfnudeln und Reibekuchen warteten auf hungrige Besucher. Gleich neben den Leckereien gab es Hornhaut-Balsam und die Kohl-Suppe in der Kapsel. Jürgen Kaiser aus dem saarländischen Neunkirchen war erstmalig auf dem Ostermarkt in Traben-Trarbach, und sein Stand war so richtig "dufte": Naturseifen und ätherische Öle, Räucherstäbchen, Kräuter und Getreidekissen betörten die Sinne. Ein Sauna-Fan, der rund 50 verschiedene Kompositionen für die Aufgüsse in seiner Heim-Sauna besitzt, konnte hier nicht widerstehen und erstand ein neues Konzentrat, das ihm zu Fitness beim Schwitzen verhelfen soll. Auch die indische Waschnuss hatte Jürgen Kaiser im Sortiment, die saubere Wäsche ganz ohne Chemie verspricht und außerdem ergiebiger sei als herkömmliche Waschmittel. Erstmals hatte Thomas Filsinger seinen Gewürzstand auf dem Ostermarkt aufgebaut. Ganz neu in Traben-Trarbach ist sein Kräuter-und Gewürzhandel, und der junge Mann möchte gerne ein kleines Geschäft in Traben-Trarbachs zentraler Lage, "am liebsten in der Brückenstraße", eröffnen. Mehr als 200 Kräuter und Gewürze hat er in seinem Sortiment, darunter Kostbarkeiten wie Safranfäden und den Knoblauch-Konkurrenten Bärlauch, der gut schmeckt, gesund ist und keine "Duftmarken" hinterlässt. Handgerührte Marmeladen gab es auf dem Ostermarkt ebenso wie handgefertigte Keramiken aus Thüringen. Muscheln, Halbedelsteine, Hüte und Sonnenbrillen, Geldbörsen, Pullover, Silberschmuck und Halsketten, Holzspielzeug, Pfannen und Bürsten - das Sortiment war breit. Ein Händler tat lautstark kund, er habe "einen der besten Klebstoffe der Welt" im Angebot.Männer im besten Alter und eine starke Frau

Der aber nutzte dem Trompetenspieler der Jazz-Band nichts. Haftcreme fürs Gebiss wurde gebraucht. Touristik-Geschäftsführer Klaus Bürkle zog schnell los und freute sich später, dass die Apotheke nicht mal eine Extra-Gebühr verlangt hatte. Banjo, Schlagzeug, Klarinette, Trompete und Posaune spielten die fünf Herren aus Hessen im besten Mannesalter zwischen 60 und 75. Die Musik hält sie jung, und außerdem hatten sie eine junge Dame an ihrer Seite: Jutta Klauer nahm es spielend mit dem schweren Kontrabass auf und zupfte ihm kräftig in die dicken Saiten. Zeitweise herrschte dichtes Gedränge zwischen den Marktständen, am Weinstand wurde geplauscht und der Winzer informierte einen Urlauber umfassend auf seine Sekt-Frage: "Handgerüttelt? Wie geht denn das?"