Der Schimmel-Krieg von Euren

TRIER. In Euren tobt der Schimmel-Krieg. Elf Familien melden schwarzen Schimmel, der sich in ihren Wohnungen schnell ausbreitet. Familie Bohr und ihre Nachbarn streiten mit dem Hausbesitzer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Diese hat eine Malerfirma beauftragt, die Schäden zu beheben - das reicht den betroffenen Familien bei weitem nicht.

Die Wohnblöcke in der Straße "Im Geimersfeld" in Euren sind äußerlich keine Schönheiten. Nach dem Abzug der französischen Streitkräfte waren sie von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem damaligen Bundesvermögensamt, übernommen worden. Der günstige Wohnraum zog Interessierte an. Doch offenbar haben einige Mieter seit Jahren einen unerwünschten und hartnäckigen Mitbewohner - schwarzen Schimmel.Druck auf die Bundesanstalt wächst

Markus und Heike Bohr wohnen seit anderthalb Jahren im Geimersfeld. Sie kämpfen gegen den Schimmel und ihren Vermieter, den sie hart kritisieren. Markus Bohr fürchtet um die Gesundheit seiner Kinder Dennis (14), Lisa (12), Janek (7) und Kilian (1). Die Bohrs wandten sich an den TV . Nach dem Artikel "Wenn Schimmel die Gesundheit bedroht" vom 14. Januar brachen alle Dämme. Es meldeten sich Familien, die ebenfalls schwarze, schwammige Schichten an Wänden und Decken haben. Offenbar sind die Häuser 2, 4, 6 und 8 im Eurener Geimersfeld betroffen, das bestätigt auch Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz (UBM). Zu den Anrufern gehörten auch ehemalige Mieter, die schon vor Jahren im Geimersfeld extreme Schimmel-Probleme hatten. Der Druck auf die Bundesanstalt wächst. Diese beruft sich auf ein Gutachten des Trierer Büros "Isstas". Das Papier besagt, die Wohnung könne nur "mit erheblichem Aufwand" schimmelfrei bewohnt werden. Das Gutachten spricht jedoch auch von einem "niedrigen Wärmeschutzstandard". Nach dem TV -Artikel vom 14. Januar gab es bei den Bohrs einen Ortstermin mit Vertretern der Bundesanstalt und des Ingenieurbüros. "Nachdem diese Leute unsere Wohnung zum x-ten Mal besichtigt haben, hieß es, dass die Schimmelbildung durch falsches Heizen und Lüften hervorgerufen wird. Das Haus sei ein Altbau, man müsse bereits beim Einzug mit solchen Problemen rechnen." Die Bundesanstalt will neu streichen lassen. "Das nutzt nichts, der Dreck kommt immer durch", sagt Markus Bohr. "Innerhalb von zwei Monaten hat sich in unserem Wohnzimmer wieder eine große schwarze Fläche gebildet." Solche Probleme gab es schon früher: Birgit und Bernd Müller bewohnten von 1998 bis 1999 eine Parterre-Wohnung in dem Haus "Im Geimersfeld 2". "Wir hatten enorme Probleme mit Schimmel", sagt Birgit Müller heute. "Unser Sohn Sven wurde deshalb sehr krank, und niemand hat uns ernst genommen." Nach sechs Monaten zog die Familie wieder aus. "Wir wissen auch nicht, wie wir dieses Problem in den Griff bekommen sollen", gesteht Hans-Jürgen Jausel, Sachgebietsleiter "Facility Management" der Bundesanstalt. "Eine neue Wärmedämmung kostet 150 000 Euro pro Block, das ist einfach zu viel. Wir werden jetzt ein neues Anti-Schimmel-Mittel aus Schweden testen. Ich habe mittlerweile auch das Gefühl, dass es nicht nur mit falschem Heizen und Lüften zusammenhängt." Der TV -Artikel rief ein Fernsehteam von Sat 1 auf den Plan, das einen Beitrag über den Schimmel-Krieg drehte. Er wird heute bei "17.30 live" gesendet. Was brennt Ihnen auf den Nägeln? Schildern Sie uns Ihr Problem auf maximal einer Din-A-4-Seite und schicken Sie es als Brief an: Trierischer Volksfreund, Stichwort: " TV bringt's voran”, Hanns-Martin-Schleyerstraße 8, 54294 Trier, oder als E-Mail an: thema@volksfreund.de. Der TV bringt ihr Thema voran.

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