1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Die innigste Weise der Verbindung zu Jesus

Die innigste Weise der Verbindung zu Jesus

Für rund 2700 Mädchen und Jungen in der Region Trier ist der Weiße Sonntag oder einer der kommenden Sonntage der bislang größte Tag ihres Lebens. Dann feiern sie Erstkommunion in ihren Pfarrkirchen. Lucky ist neugierig, was dieser katholische Brauch bedeutet und hat sich informiert.

Trier/Fell. Weiße lange Kleider, Blumen im Haar. Die Mädchen haben sich richtig rausgeputzt - die Jungen in ihren dunklen Anzügen auch, findet Lucky. Sie haben sich schick gemacht für eine große Feier: die Erstkommunion. 20 katholischen Kindern hat Pfarrer Ralph Hildesheim am Weißen Sonntag in der Kirche St. Martin, Fell, erstmals die Kommunion erteilt. In den kommenden Wochen werden es insgesamt rund 2700 Kinder in der Region Trier sein.
"Bei uns gehen traditionell die Drittklässler zur Erstkommunion", erklärt Hildesheim. Diese gehöre wie Taufe und Firmung, bei der die Katholiken den heiligen Geist empfangen, zu den Einführungssakramenten. Das sind religiöse Geheimnisse, die einen Menschen in die katholische Kirche eingliedern.
"Bei der Kommunion bekommt man gesegnete Hostien", weiß Magnus aus Trier. "Die stehen symbolisch für den Leib Jesu. Und der Wein steht symbolisch für sein Blut." Die sogenannte Eucharistie (griechisch für Danksagung) erinnere an das letzte Abendmahl Christi, erklärt Hildesheim. "Tut dies zu meinem Gedächtnis", habe Jesu gesagt, als er das Brot brach und seinen Jüngern den Kelch reichte. "Das nehmen wir als Auftrag, es immer wieder zu tun." Nach katholischer Vorstellung heiße das: "Jesus selbst ist in unserer Mitte, in der Hostie. Das ist die innigste Weise der Verbindung zu Jesus." Und die gelte sogar über die Messfeier hinaus.
"Ich freue mich auf meine Kommunion", sagt Magnus, "weil ich dann in die Gemeinde aufgenommen werde." Der Neunjährige geht am Sonntag erstmals zur Kommunion in der Abtei St. Matthias in Trier. Vorbereitet hat er sich mit vier anderen Kindern seit Ende Oktober einmal wöchentlich in der Kleingruppe, die seine Mutter als Katechetin, eine Art Lehrerin in Glaubensdingen, leitete. Einmal im Monat trafen sich alle 25 Kommunionkinder der Grundschule Feyen bei Bruder Markus in der Großgruppe. "Wir haben viel über Jesus gelernt", erklärt Magnus. Themen seien etwa der Zöllner Zachäus, der barmherzige Samariter, das Pessach- oder Paschafest in einer jüdischen Familie sowie das letzte Abendmahl gewesen. "Und wir haben für einen Basar gebastelt. Das Geld haben wir armen Kindern im Kongo gespendet."
Magnus wird an seiner Kommunionsfeier in St. Matthias eine lange Kutte tragen. "Das erinnert an die Taufkleider aus früherer Zeit", sagt Hildesheim. Nicht alle Pfarreien verlangen dies. Dort, wo es keine Kutten gibt, tragen die Mädchen weiß. "Das ist die Farbe der Unschuld und der Reinheit", sagt der Pfarrer.
Nach der Erstkommunion können die Kinder Messdiener werden. Magnus überlegt sich das noch. Doch erst mal konzentriert er sich auf Samstag, denn dann steht seine zweite Beichte an, und natürlich auf den Sonntag, den Tag seiner Erstkommunion. Dazu erwartet er seine ganze Familie: Eltern, die beiden Schwestern, Großeltern, Tanten und Onkel mit Kindern sowie gute Freunde. Sie alle werden ihn in die Kirche begleiten und anschließend feiern. Magnus gesteht: "Ich bin aufgeregt."WEIßER SONNTAG


Der erste Sonntag nach Ostern wird Weißer Sonntag genannt. Er heißt so, weil die frühen Christen bei ihrer Taufe in der Osternacht in weiße Gewänder gekleidet waren. Diese trugen sie eine Woche und legten sie am Sonntag nach Ostern wieder ab. Weil immer weniger Erwachsene getauft wurden, setzte sich der Weiße Sonntag als Tag der Erstkommunion der Kinder durch. Weil inzwischen immer mehr Gemeinden zu einer Großpfarrei gehören, kommen viele Kinder auch an den folgenden Sonntagen zur Kommunion. mehi