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Ein Abend im Zeichen der Mehringer Geschichte

Ein Abend im Zeichen der Mehringer Geschichte

Zwei wichtige Ereignisse standen bei der neuesten Präsentation des Heimatvereins zur Mehringer Geschichte im Vordergrund: der Erste Weltkrieg, der vor 100 Jahren begann und die Kanalisierung der Mosel vor 50 Jahren. Rund 200 Interessierte lockte der Blick auf diese historische Themen ins Kulturzentrum.

Mehring. Dieser Abend in Mehring zeigte exemplarisch, wie sehr die Geschichte des eigenen Ortes die Menschen anzieht. Der Heimatverein Marningum us Duaref hatte in den Goldkuppsaal zur Präsentation alter Foto- und Filmaufnahmen eingeladen. Die vorbereiteten 150 Stühle reichten bei weitem nicht aus. Fleißige Helfer schafften es, vor der Begrüßung durch den Vorsitzenden Wolfgang Thelen, weitere 50 Sitze aufzustellen. Unter den Gästen waren auch Ruth Dixius und zahlreiche Jugendliche des Ortes, die sich sehr für den Bombenangriff (siehe Extra) auf Mehring interessieren.
Für Werner Dorsch war der Abend die Gelegenheit, einiges über Geschichtsforschungen zu erzählen. Der pensionierte Beamte lebte in seinen ersten Kindheitsjahren in Mehring und zog dann in die Nähe von Köln. "Immer in den Ferien durfte ich zu meinen Großeltern nach Mehring", erinnerte sich der heute 66-Jährige. Sein Interesse für die Vergangenheit wuchs vor einigen Jahren, als er historische Fotos mit Dorf- und Straßenansichten, Szenen aus dem täglichen Leben und von traditionellen Dorfveranstaltungen und Familienfeiern entdeckte.
Viele Fotos und ein alter Film



Für den Infoabend hatte er sich ganz auf Fotos aus dem Ersten Weltkrieg und aus der Zeit der Moselkanalisierung spezialisiert. Kommentare kamen immer wieder aus dem Publikum, wenn Mehringer wieder erkannt wurden oder wenn die älteren Leute im Saal sich an diese Ereignisse erinnerten beziehungsweise sich selbst erkannten. Bei Gruppenaufnahmen auf Kriegsfotos konnte Dorsch genauso damalige Mehringer Bürger benennen, wie in einem Super-8-Film von Peter Dixius aus dem Jahr 1967.
Neben den vielen Fotoaufnahmen mit Einzelpersonen und Gruppen wiederholten sich die Dorfansichten, oft aus einer anderen Perspektive. Als Wahrzeichen des Ortes standen die Moselbrücke, die Kirche, der Fährturm aber auch die Vereine und natürlich die Weinberge immer im Vordergrund. Wie so oft führte an diesem Abend der Zufall einen Teil der Regie mit.
Pastor Michael Meiser hatte auf dem Speicher im Pfarrhaus eine Fahne des Vereins ehemaliger Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs gefunden, die Dorsch am Geschichtsabend präsentierte. Langanhaltender Applaus für den kurzweiligen Abend war der Dank der Zuschauer an Werner Dorsch. dis
Extra

Am 2. März 1945 warfen sechs US-Kampfflugzeuge Bomben auf Mehring ab. Ihr Ziel könnte, so wird vermutet, eine Kolonne von Soldaten oder auch die kurz zuvor aus Trier evakuierte NS-Kreisleitung im Schulgebäude gewesen sein. Der Abwurf zerstörte 17 Häuser. 65 Zivilisten und 14 Soldaten kamen dabei ums Leben. Mehring war damit der am schwersten getroffene Ort zwischen Trier und Koblenz. dis