Fast vergessene Details

Im Kulturzentrum Alte Schule sind rund 200 Mehringer in die Vergangenheit ihres Orts eingetaucht. Werner Dorsch präsentierte alte und vergessene Ortsansichten und viele Vorfahren.

Mehring. Mit Dias aus der Vergangenheit hat Werner Dorsch in der Mehringer Alten Schule das Publikum begeistert. Rund 200 Mehringer nahm er mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
Mit einem solch großen Interesse hatte der ausrichtende Kulturhistorische Verein e.V. "Marningum — us Duaref" nicht gerechnet. Für Werner Dorsch war es die Gelegenheit, einiges über seine Arbeit und sein Leben zu erzählen. Der heute 64-jährige pensionierte Beamte lebte seine ersten Kindheitsjahre in Mehring und zog dann in die Nähe von Köln. "Immer in den Ferien durfte ich zu meinen Großeltern nach Mehring", erinnert er sich.
Sein Interesse für die Vergangenheit wuchs, als er historische Fotos mit Dorf- und Straßenansichten, Szenen aus dem täglichen Leben und von traditionellen Dorfveranstaltungen und Familienfeiern entdeckte. "Auf der Suche nach den Namen der vor Jahrzehnten fotografierten Menschen blieb der Erfolg zunächst aus", erzählt Dorsch. Doch so nach und nach brachte er durch seine beständigen Recherchen Licht ins Dunkel der Mehringer Vergangenheit. Bei seinen Nachforschungen tauchte sogar die in den Kriegswirren verschwundene, aufwendig bestickte Fahne der ehemaligen Mehringer Frontkämpfer aus dem Ersten Weltkrieg auf.
Dorsch hat bei seiner Arbeit bis ins Jahr 1880 geforscht, Namen herausgefunden und Zusammenhänge von Straßenzügen, Häusern und Menschen erklärt. Behilflich waren ihm dabei auch rund 1000 Totenzettel, aus denen er Rückschlüsse auf die Mehringer zog. Ein Foto sorgte bei dem Diavortrag für besondere Aufmerksamkeit. Es wurde im Februar 1945 von einem amerikanischen Aufklärungsflugzeug aus 6500 Metern Höhe aufgenommen. Es zeigt Mehring vor fast 70 Jahren im Detail. Sogar die überschwemmte Hauptstraße am Moselufer ist zu erkennen.dis