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Ein Restaurant in der Schlossallee 1

Ein Restaurant in der Schlossallee 1

Essbares Geschirr, ein Fitnessstudio nur für Mädels, eine Cupcake-Bar oder ein Nobelrestaurant - das waren Geschäftsideen von Zehntklässlerinnen des Angela-Merici-Gymnasiums, die einen KLASSE!-Gründer-Workshop der ISB gewonnen hatten.

Trier. Wenn das Restaurant "La Nuit" in der Schlossallee 1 beheimatet ist, das Fitnessstudio nur für Mädels "Booty Bash" heißt, oder "All you can eat" auch das Geschirr betrifft, dann waren kreative Existenzgründerinnen am Werk. Die Klasse 10b des Angela-Merici-Gymnasiums Trier hatte im Rahmen des Volksfreund-Schulprojekts KLASSE! einen Workshop von KLASSE!-Partner Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) gewonnen. Gemeinsam mit den beiden Referentinnen Vera Meyer (Handwerkskammer Trier) und Stephanie Illg-Kollmann (Industrie- und Handelskammer Trier) erarbeiteten die 26 Schülerinnen insgesamt fünf Geschäftsideen - mit allem, was dazu gehört.
Am Anfang standen natürlich die theoretischen Grundlagen für die erste eigene Firma. Die Schülerinnen erfuhren über die sechs Phasen der Gründung, was Unternehmergeist ausmacht und welche potenziellen Fallstricke man bedenken muss, bevor man an den Markt geht. Danach durften die Zehntklässlerinnen aktiv werden. In der ersten praktischen Runde ging es darum, eine Geschäftsidee und einen Namen für das Unternehmen zu entwickeln.
Neben "La Nuit", "All you can eat" (essbares Geschirr) und "Booty Bash" entschieden sich die übrigen Gruppen für die "Cup-Cake-Factory" sowie eine Box zum Warmhalten oder Kühlen von Essen, mit dem Namen "Multi-Temp" für Privatkunden, aber auch Caterer, die übers Internet verkauft werden und aus Preisgründen in China produziert werden soll.
Die Zielgruppen, der Standort und weitere Faktoren wurden in einer zweiten Gruppenarbeit erarbeitet. "La Nuit" zum Beispiel soll ein gehobenes französisches Restaurant sein mit humanen Preisen und regionalen Produkten, die zudem perfekt zu Moselwein harmonieren. Bei der "Cup-Cake-Factory" können sich die Kunden ihre individuellen Küchlein aus drei Größen und Hunderten Varianten selbst zusammenstellen. Und im "Booty Bash" sollen Eltern von 14- bis 25-jährigen Mädels sicher sein, dass Jungs sie nicht "angaffen und anmachen".
Essbares Geschirr


"All you can eat" soll speziell fürs Picknicken ideal sein, weil dann kein Plastikmüll entsteht, wenn man das Geschirr mitessen kann. "Es ist wichtig, dass ihr ein Alleinstellungsmerkmal habt, was euch von der Konkurrenz abhebt. Und immer an den Service denken. Der erste Eindruck zählt beim Kunden", sagte IHK-Expertin Illg-Kollmann. Ihre Kollegin Vera Meyer zeigte auf, wie wichtig es gerade für neue Unternehmen am Markt sei, sich kontinuierlich mit der Konkurrenz, dem Potenzial und den eigenen Schwächen zu befassen.
Im dritten Schritt stand dann das Marketing im Fokus. Die Gruppen mussten ihre Marketingstrategien erarbeiten und ein Werbeplakat malen. "Suppe oder Eis, ich kann kalt und heiß", hieß zum Beispiel der Slogan von Multi-Temp. Nach vier Stunden Workshop standen fünf Geschäftsideen, die in der Kürze der Zeit schon recht weit ausgearbeitet waren. Und einige der Zehntklässlerinnen können sich sogar vorstellen, sich einmal selbstständig zu machen.
"Es war hochinteressant, an was man bei einer Firmengründung alles denken muss", war eine weitere Schülermeinung zum Workshop. Eine andere Schülerin sagte aber auch: "Gründen ist bestimmt viel Arbeit, aber machbar, wenn man eine gute Idee hat."
Extra

Schon seit vielen Jahren ist die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) Partner des KLASSE!-Projekts. In jedem Schuljahr verlost die Förderbank einen Workshoptag für eine Klasse. Neben Existenzgründungen standen auch schon die Themen Architektur, barrierefreies Bauen und eine Schülerpressekonferenz mit dem Bankvorstand auf dem Programm. BP