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Ein Trommelwirbel zum Geburtstag

Ein Trommelwirbel zum Geburtstag

Trommelschule, Bauch- und Kampftanz - die Geburtstagsfeier des Hauses Maria Goretti hat den Gästen einiges geboten. Der 60. Jahrestag des Notaufnahmeheims für Frauen stand unter einem rhythmischen Motto.

Trier. Tufa mal anders. Kein Kabarett, kein Theaterstück, sondern ein runder Geburtstag stand im großen Saal der Tufa auf dem Programm. Das Haus Maria Goretti feierte vor etwa 65 Zuschauern sein 60-jähriges Bestehen. Motto der Feier: "Mit Trommeln finden wir den Rhythmus wieder".
Dies setzte die Trommelschule Trier gleich in die Tat um und trommelte den Rhythmus zum Bauchtanz von Tänzerin "Noelani", die ihren Bauch zum Getrommel schwang und das Publikum zum Staunen brachte.
Frauen Lebensrhythmus geben


Den Auftritt des Abends sicherte sich jedoch ein kleines Mädchen namens Zoe, das mutig mit der Capoeira-Gruppe Trier auf die Bühne stolzierte und am brasilianischen Kampftanz mitwirkte und dafür vom Publikum tosenden Applaus erntete.
Zwischen den Stücken führten drei Bewohnerinnen des Hauses ein kleines Stück vor. Dabei saß eine Frau an zwei Trommeln und trommelte anfangs wenig rhythmisch. Doch sie steigerte sich nach jeder Vorführung und saß am Ende in eleganter Abendrobe vor den Trommeln, die sie nun auch rhythmisch und melodisch schlug. So wurde die Aufgabe des Hauses Maria Goretti verdeutlicht: Frauen, die in Not geraten sind, wieder einen Lebensrhythmus zu geben.
Das Haus Maria Goretti ist eine Einrichtung, die sich vornehmlich um wohnungslose Frauen sorgt und ihnen einen neuen Start ins Leben ermöglichen will. Zu den Hilfsprogrammen zählen unter anderem betreutes Wohnen für psychisch kranke Frauen.
"Wir möchten neue Perspektiven aufzeigen und den Frauen ein individuelles und breites Hilfsangebot geben", sagt Ilona Klein, Abteilungsleiterin des Notaufnahmeheims für Frauen. Es gäbe ständig neue Herausforderungen, und das Haus müsse sich diesen stetig anpassen. Zudem stünden den Hilfsangeboten immer wieder bürokratische Hürden im Weg, die die Hilfe verzögern.
"Fakt ist, dass wir nach 60 Jahren immer noch gebraucht werden", sagt Klein. Damit diese Hilfe auch in den kommenden 60 Jahren weiterhin effektiv sein kann, wünscht sich Klein neue Räumlichkeiten. "Das aktuelle Haus ist für Wohngruppen ungeeignet und bräuchte andere Räume."