Erholung im Garten vom Uni-Stress

Erholung im Garten vom Uni-Stress

Speziell in urbanen Zentren gibt es immer mehr Gärtner-Nachwuchs. Gestresste Städter, Familien und ökologisch bewusste Gemüse-Enthusiasten suchen das Glück im Grünen. Auch das Referat für Ökologie der Universität Trier gönnt sich seit dieser Saison ein Fleckchen Erde. In gemeinsamer Arbeit soll ein Obst- und Gemüsegarten entstehen.

Trier. Der Weg zu Parzelle Nummer 21 führt durch ein Gartenlabyrinth im Stadtteil Kürenz. "Die Nummer 21 suchen Sie?," fragt ein hilfsbereiter Kleingärtner. "Das sind doch diese Studenten!" Über das Gartentor hinaus erklingt gemütliche Gute-Laune-Musik. Gelächter mischt sich darunter. Ein Spaten gräbt sich in die trockene Erde.

Nachhaltig und ökologisch



Das Referat für Ökologie der Universität Trier bewirtschaftet den Garten ohne den Einsatz von Pestiziden und anderen Stoffen, die der Natur schaden können. Um Wühlmäuse fernzuhalten, haben die Studenten beispielsweise Wolfsmilchgewächse angepflanzt, die die kleinen Plagegeister auch ohne Giftköder vom Beet fernhalten.
"Der Garten soll so nachhaltig und ökologisch wie möglich bewirtschaftet werden", sagt Mathias Jackel vom Ökologie-Referat. Dazu gehört auch der Anbau alter Pflanzensorten. Diese seien widerstandsfähiger als neue Hybridsorten, welche heute im hoch-professionalisierten Ackerbau verwendet werden. Sie lassen sich nur schwer vermehren. Für die Industrie ist das ein entscheidender Vorteil, denn sie kann jedes Jahr neues Saatgut verkaufen und höhere Gewinne verzeichnen.
"Alte Sorten kann man dagegen gut weitervermehren und nutzbare Nachkommen erhalten", erzählt Jackel. "Wir möchten dadurch eine höhere Unabhängigkeit erreichen."

Gute Nachbarschaft


Der Garten bietet die Möglichkeit, Studieninhalte selbst in der Natur zu erleben. Viele der Helfer studieren Fächer wie Geografie, Biologie oder Umweltwissenschaften und können ihre Kenntnisse einfließen lassen. "Wir lernen immer etwas Neues - zum Beispiel, wann man Hecken schneiden kann, ohne Vögel bei der Brutzeit zu stören", sagt Mucki Jah. Auch Sarah Westphal bemerkt positive Effekte der Gartenarbeit: "Wenn man Obst und Gemüse selbst anpflanzt, entwickelt man eine ganz andere Verbundenheit zum Essen."
Die anderen Kleingärtner scheinen sich mit dem jungen Zuwachs angefreundet zu haben. Mucki Jah erzählt: "Ohne unsere Nachbarn hätten wir hier kein Wasser."