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Es begab sich aber zu der Zeit ...

Es begab sich aber zu der Zeit ...

Im ausverkauften kleinen Saal der Tufa erleben Kinder und Erwachsene eine ganz pragmatische Version der Geschichte vom Kindlein in der Krippe. Denn den Tieren im Stück "Ox und Esel" ist nichts heilig - und doch sind sie sehr menschlich.

Trier. Im kleinen Saal der Tufa sitzen gut 20 Kinder ab vier Jahren auf dicken Matten direkt vor der Bühne, sämtliche Stuhlreihen dahinter sind voll besetzt. Bei der Premiere begrüßt Regisseur Florian Burg, selbst vierfacher Vater, das Publikum vor Beginn der Vorstellung, dann geht es los.
Ein Stall mit Heuballen ist zu sehen, eine Tür und in der Mitte des Stalles eine Futterkrippe. Durch die Tür tritt der Ochse (Moritz Rehfeld), offensichtlich wohnt er hier. In seiner ganzen Art ist er polterig und stark, wirft seine Schuhe durch den Stall und gibt zu verstehen, dass er Hunger hat. Er bindet sich einen Latz um den Hals und will sich über das Heu in seiner Krippe hermachen - aber was ist das? Auf seinem Essen liegt ein Bündel. Sein Wohngenosse, der Esel (Bastian Welte), eilt herbei und weiß gleich, um was es sich hier handelt. "Ein Kind!"
Die jungen Zuschauer folgen dem Geschehen auf der Bühne gebannt. Zu ihrem großen Vergnügen verfügt der Esel nur über rudimentäre Kenntnisse der Weihnachtsgeschichte. "Es begab sich aber zu der Zeit, als von Kaiser August ein Gerücht ausging ..." Oder war es Augustus und es handelte sich um ein Gedicht? So ganz bekommt der Esel die Story nicht mehr zusammen, und als er behauptet, das Kind könne von Josef und Mechthild stammen, verbessern ihn die Kinder aus dem Publikum lautstark und lachend: "Maria!"
Während der Esel schnell Sympathie für das Menschenkind entwickelt und es als "hutzig und dutzig" bezeichnet, ist der Ochse einfach nur hungrig und will an sein Heu. "Halt dein Maul!", schreit er das wimmernde Baby in der Krippe an und fragt: "Liegst du gut auf meinem Abendessen?"
Überhaupt herrscht ein recht rauer Umgangston im Stall - doch den Kindern gefällt es und auch die Eltern haben während des 60-minütigen Stücks ihren Spaß. Auf die Frage, was Herodes wohl mit dem Kind machen würde, wenn er es im Stall fände, rufen einige offensichtlich bibelfeste Kinder: "Er will es töten", und es wird bewusst, dass die Original-Weihnachtsgeschichte recht brutal ist. Doch bei "Ox und Esel" sorgen die Tiere dafür, dass dem Kind kein Leid geschieht.Extra

Das Stück "Ox und Esel" wird an folgenden Terminen in der Tufa, kleiner Saal, aufgeführt: 26. und 27. November, jeweils 10 Uhr, 30. November, 11 und 16 Uhr, 1. bis 5. Dezember, jeweils 10 Uhr, 7. Dezember, 11 und 16 Uhr, 8. bis 11. Dezember, jeweils 10 Uhr. Erwachsene zahlen neun Euro, ermäßigt sechs Euro, Kinder ebenfalls sechs Euro. kap