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Gelungener Auftakt zum fröhlichen Ausnahmezustand

Gelungener Auftakt zum fröhlichen Ausnahmezustand

Altstadtfest – alle Jahre wieder stets das Gleiche? Von wegen. Beim Auftakt zur 35. Auflage des größten Trierer Volksfestes am Freitag war vieles neu, allen voran das Stadtoberhaupt. OB Leibe, seit drei Monaten im Amt, machte seinen Job gut: Zum obligatorischen Fassanstich benötigte er nur zwei zielsichere Schläge.

Es ist eine bunte Truppe, die sich da auf der Hauptmarktbühne versammelt hat: Stadtratsmitglieder, Sponsorenvertreter und mittendrin der Stadtvorstand, erstmals in kompletter vierköpfiger Stärke beim Auftakt eines Altstadtfests vertreten. Eine Premiere wie auch der Auftritt des neuen Oberbürgermeisters Wolfram Leibe. Der erledigt seinen Part erstaunlich routiniert. Zwei zielsichere Schläge, und schon strömt der Gerstensaft. 18.16 Uhr ist es, als Leibe nach erfolgreichem Fassanstich die 35. Auflage des Altstadtfests für eröffnet erklärt (Liveticker zum Altstadtfest hier auf volksfreund.de )

Ob auch Leibes zweite Pflichtaktion zum Erfolg führt, muss sich erst noch zeigen. Die traditionelle Schmückung der Brunnenfigur von Stadtpatron Petrus mit einem Blumenstrauß in den Stadtfarben rot und gelb soll ja bewirken, dass Triers größtes Fest mit feiertauglichem Wetter einhergehen möge. Leibe überlässt die finale Ausführung des Schmückungsaktes - Hülse mit Blumenstrauß Petrus umhängen - vorsichtshalber Weinkönigin Vivien Gremmler: "Sie kann Petrus bestimmt besser becircen als ich …" Hoffentlich hilft's. Denn für den Samstag ist die Wetterprognose nicht so rosig wie für Sonntag.

Dafür aber die Aussichten für die kommenden Feste. Michael Stumpf, Regional-Verkaufschef des Hauptsponsors Bitburger Braugruppe, kündigt an: "Wir werden auch in den nächsten Jahren helfen, diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen." Sehr zur Freude der Stadtväter, denn die wissen aus leidvoller Erfahrung mit dem dauerleeren Stadtsäckel, dass die Trier Tourismus und Marketing GmbH (TTM), die als Veranstalter fungiert, das Großfest allein mit städtischen Mitteln gar nicht stemmen könnte.

Neue Stadtvorstands-Eintracht, neuer Mut, neuer Eröffnungs-Gag - die Stadtwerke, die die Hauptmarktbühne betreiben - lassen auf einen Schlag 450 bunte Luftballons in den sommerlichen Abendhimmel steigen - da will auch die mit mehr als 50 Akteuren angetretene Stadtgarde Augusta Treverorum nicht hinten anstehen. Ihr Orchester wird neuerdings von zwei musikalischen Chefs (Joachim Iwan, Guido Wacht) geleitet - der Ausstieg einiger Musiker vor einem halben Jahr hat keine hörbaren Negativauswirkungen.

An guten Vorzeichen mangelt es also nicht. Und wenn das Wetter mitspielt, werden sich bis einschließlich Sonntagabend mehr als 100.000 Besucher auf der Festmeile zwischen Porta Nigra und Viehmarktplatz tummeln.

Apropos Premieren: Die 35. Altstadtfest-Auflage ist die erste nach Inkrafttreten des neuen Busfahrplans, der vor allem im Abend- und Wochenendverkehr mit geänderten Abfahrtszeiten einhergeht. Am Altstadtfestwochenende verkehren die planmäßigen und zusätzlichen Sternbusse zu den Minuten 15 und 45 ab Hauptbahnhof - die letzten in der Nacht zum Sonntag um 2.45 statt wie bis 2014 um 3 Uhr.

Update 23:44 Uhr:
Altstadtfest: Der Freitag macht dem Samstag Konkurrenz

Normalerweise ist der Samstag der mit Abstand besucherstärkste der drei Altstadtfest-Tage. Bei der 35. Auflage machet der Freitag starke Konkurrenz. Bereits zum Auftakt war der Andrang so groß, dass bei den Einlasskontrollen lange Schlangen entstanden. Weil auf die Festmeile keine Getränke mitgebracht werden dürfen, feierte viele junge Leute ihr "Alternativfest" außerhalb, so zum Beispiel auf dem Bischof-Stein-Platz, dem Vorplatz der Konstantin-Basilika oder dem Bereich Sichel-/Deworastraße.

In der Festzone zwischen Porta Nigra und Viehmarktplatz gibt es insgesamt 160 Essens- und Getränkestände sowie Gaststätten-Terrassen.

Den größten Besucherzuspruch erfuhren am ersten Festtag der Domfreihof, wo Frank Rohles & Friends ihre "Pop meets Classic"-Show zelebrierten, und der Viehmarkt als Partyzone für jüngeres Publikum. Aber auch auf dem Porta-Vorplatz, dem Kornmarkt und dem Hauptmarkt herrschte für einen Altstadtfest-Freitag viel Betrieb. Da muss der Samstag erst mal nachziehen.