Lebensqualität vor Profit

In einer Resolution zum geplanten Kiesabbau bei Neumagen-Dhron hat der Gemeinderat Leiwen gefordert, dass die vom Abtransport betroffenen Orte im Genehmigungsverfahren gehört werden. Der Rat setzt sich für die Abfuhrroute über die Autobahn ein.

Leiwen. Die Behörden sollen die Belange der anliegenden Gemeinden beim Verfahren um den Abtransport von Kies bei Neumagen-Dhron berücksichtigen. Das fordert der Gemeinderat Leiwen in einer einstimmig beschlossenen Resolution (der TV berichtete). Die Bürger und Touristen von Leiwen, so befürchtet der Rat, werden in ihrer Lebensqualität erheblich eingeschränkt, wenn die Laster über Leiwen zur Kies-Waschanlage auf dem Klüsserather Berg fahren. Die Räte erinnern daran, dass Leiwen Schwerpunktgemeinde "Wohnen" und ein staatlich anerkannter Erholungsort ist. Die Gemeinden, die durch öffentliche Straßen durch den Abtransport tangiert werden, sollten im Genehmigungsverfahren eine Möglichkeit zur Stellungnahme bekommen.
Bisher, so heißt es in der Resolution weiter, habe der Transport auf öffentlichen Straßen keine Rolle gespielt, auch habe die Gemeinde Neumagen-Dhron bei der Schließung der Verträge mit der Firma Bandemer vor 15 Jahren die möglichen Verkehrsbelastungen der Nachbargemeinden nicht thematisiert. "Die Interessen der Bürger und Touristen im Moseltal müssen im Zweifel immer vor den Gewinninteressen eines Unternehmens gelten", so der Rat. Er empfiehlt den Abtransport des Kieses über die A 1.
Kürzlich hatte der Gemeinderat von Neumagen-Dhron die Dhrontalroute mit zwei Abfahrwegen beschlossen (der TV berichtete).
Der "offizielle" Weg zum Werk bei Klausen führt über Piesport, die bevorzugte Route zum Werk Klüsserath soll über Zummet und die Trittenheimer Brücke gehen. Allerdings ist es dem Unternehmen beziehungsweise den Fahrern freigestellt, wo sie fahren, sofern sie sich auf öffentlichen Straßen befinden. alf