Mit Polemik nicht zu lösen

TRIER (jp/ax/sw). Der mögliche EU-Beitritt der Türkei und die Überlegungen von CDU und CSU, diesen Beitritt durch eine Unterschriftenaktion zu erschweren oder zumindest zu verurteilen, beschäftigen viele Menschen in der Region. Der TV hörte sich in Stadt und Kreis um.

Vor einer Woche hat die EU-Kommission Beitrittsverhandlungen mit der Türkei empfohlen. Die EU-Staats- und Regierungschefs werden im Dezember über den Beginn der Gespräche entscheiden. Das Thema steht momentan im Mittelpunkt; dazu tragen auch die Überlegungen von CSU und CDU bei, eine Unterschriftenaktion gegen einen Beitritt der Türkei zu initiieren. "Die Union tut so, als stehe der Beitritt der Türkei unmittelbar bevor", sagt Erdokan Özdemir, Metzgermeister aus Trier. "Das ist doch pure Polemik. So wird man diese Frage bestimmt nicht klären." Einzelne, durchaus ernste Bedenken gegen den Beitritt einerseits, aber kaum Verständnis für eine Unterschriftenaktion andererseits - so sieht das Meinungsbild bei der nicht repräsentativen Umfrage des Trierischen Volksfreunds im Kreis aus. Während Bettina Brück einen EU-Beitritt eher skeptisch sieht, ist ihre Freundin Thea Marx anderer Meinung: "Wir fahren in die Türkei in Urlaub, hier leben viele Türken. Warum sollte die Türkei dann aus der EU draußen bleiben?", meint Marx. Voraussetzung sei jedoch, dass sich in der Türkei noch einiges ändere. Wenig überrascht ist Ahmed Gabacaks von der Haltung der CDU. Er sieht deren Position auch als eine Art Revanche. "Vielleicht liegt es ja daran, dass fast alle Türken in Deutschland bei der letzten Wahl Schröder gewählt haben."

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