Neuer Stundenplan für die Rallye

Neuer Stundenplan für die Rallye

Trier muss den Start der ADAC-Rallye Deutschland im August 2013 an Köln abtreten, doch der Innenstadtkurs Circus Maximus bleibt in der Römerstadt. Triers Rallye-Chef Manfred Kronenburg ist davon überzeugt, dass diese gravierende Änderung im Plan die Bedeutung der Rallye für die Region und insbesondere die Stadt nicht verringert.

Trier. Der traditionelle Show-Start vor der Porta Nigra wird nicht mehr dabei sein, wenn der Rallye-Zirkus vom 22. bis zum 25 August wieder durch die Region Trier zieht. Die Präsentation der Rallye-Teams mit kurzen Interviews der Fahrer hat immer Tausende Menschen angezogen - eine Besuchermasse, die Trier jetzt verloren geht. "Das ist wahr", räumt Manfred Kronenburg ein. Der Polizeibeamte im Ruhestand und frühere Chef der Bußgeldstelle ist der Abschnittsleiter Trier der ADAC-Rallye Deutschland. "Doch die Verlegung des Starts nach Köln ist weder ein Rückzug auf Raten noch eine Schwächung der durch die Rallye für die Region Trier generierten Wirtschaftskraft."
Die Rallye und ihre finanziellen Auswirkungen auf Trier - ein umstrittenes Thema. Zwar hat 2011 ein unabhängiges Institut die Auswirkungen der Rallye auf die Kassen der Trierer Gastronomie und Hotellerie untersucht und festgestellt, dass der Motorsport 1,4 Millionen Euro in die Region spült (siehe Extra). Doch diese Studie hat auch Kritiker, allen voran die Ratsfraktion der Grünen. Sie machte von Anfang an geltend, die Trierer Hotels wären auch ohne die Rallye im Sommer voll ausgelastet.
"Die Rallye bleibt in Trier, und auch an ihrer Wirtschaftskraft wird sich nichts ändern", betont Kronenburg. Der Weltverband Fia will die ADAC-Rallye Deutschland allerdings öffnen und nicht mehr ausschließlich auf die Region Trier konzentrieren. "Köln ist eine Hochburg der Autoindustrie", sagt Triers Rallye-Chef. "Diese hat natürlich auch Einfluss."
Start am Kölner Dom


So wird aus dem Show-Start in Trier ein realer Start am Kölner Dom. "Diesem Start folgen dann eine Wertungsprüfung in der Nordeifel und eine kurz vor Trier", erklärt Kronenburg. Die hohe Medienpräsenz in Köln werde die Aufmerksamkeit der Motorsport-Welt auf die Region Trier als Hauptaustragungsort lenken. Der Innenstadtrundkurs Circus Maximus werde bleiben, aber vielleicht von Sonntag auf Samstag verschoben - was gewaltige Auswirkungen auf den Innenstadthandel hätte. Kronenburg: "Solange ich dabei bin, werde ich mich für diesen Kurs einsetzen." Allerdings werde der Circus Maximus keine Power Stage mehr sein. Das ist eine Wertungsprüfung, in der die drei Schnellsten Bonuspunkte erhalten. Auch Triers Wirtschaftsdezernent Thomas Egger sieht die Änderung gelassen. "Nur der Show-Start und der anschließende Empfang fallen weg, sonst bleibt alles wie gehabt."
Der Zeitplan der Rallye wird sich ändern. Die Rallye läuft von Donnerstag, 22. August, bis Sonntag, 25. August. "Der Shakedown wird wohl schon am Mittwoch laufen", sagt Manfred Kronenburg. Der Shakedown ist eine Testfahrt über eine Wertungsprüfung vor dem Start. Am 22. und 23. August stehen die Wertungsprüfungen an, der Circus Maximus könnte sich von seinem bisherigen Stammplatz am Sonntagnachmittag auf den Samstag verschieben. "Noch sind die Verträge nicht unterschrieben."Meinung

Die Rallye muss in Trier bleiben
Köln soll doch bitte nicht nur den Start, sondern den gesamten Zirkus übernehmen - so werden viele Rallye-Skeptiker und Gegner auf die Änderungen des Weltverbandes Fia reagieren. Die Rallye polarisiert und provoziert immer wieder. Die vielen Beschränkungen und Absperrungen, die lautstarke Präsenz der Teams auf den Straßen der Region, die Natur des Motorsports insgesamt - das sind die Gegenargumente. Trotzdem ist die Rallye für Trier ein Riesengewinn. Motorsport auf absolutem Weltspitzenniveau direkt vor der Haustür - dafür würde mancher Bürgermeister einer kleinen oder mittleren Großstadt sofort seine Seele verkaufen. Die ADAC Rallye Deutschland muss in Trier bleiben, es darf keine weiteren Abwanderungen einzelner Programmteile geben. j.pistorius@volksfreund.deExtra

Die Untersuchung: Das Trierer Institut Biehl und Partner hat während der Rallye 2011 eine Besucherbefragung durchgeführt. Die Beherbergungsbetriebe in Trier wurden zu den Effekten befragt, die sie während der Rallye registrieren. Die Rennteams lieferten Aufenthaltsdauer, Budgethöhe und Teilnehmerzahl. Alle Möglichkeiten, als Gast in Trier Geld auszugeben, waren Bestandteile ihrer Befragung - vom Restaurantbesuch bis zur Busfahrt. Biehl und Partner kam zu dem Schluss, dass die speziell wegen der Rallye nach Trier gereisten mehr als 29 000 Tages- und Übernachtungsgäste während ihres Aufenthalts einen konkreten Umsatz zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro generieren. jp

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