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Ortsbeirat verteilt Fördergeld – Streit um Geschwindigkeitsregelung

Ortsbeirat verteilt Fördergeld – Streit um Geschwindigkeitsregelung

Bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Trier-Mariahof wurde über die Verwendung von jeweils 17.884 Euro beraten, die in den nächsten zwei Jahren verplant werden dürfen. Außerdem hat das Gremium weiterhin Probleme mit dem Verkehr

Die Tage der idyllischen Wiesen und Weiden unterhalb Mariahofs sind gezählt - daran hat Ortsvorsteher Jürgen Plunien auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Mariahof erinnert. Das Gremium traf sich einen Tag nach der städtischen Informationsveranstaltung zum neuen Flächennutzungsplan (der TV berichtete). "Es ist wohl kaum jemand komplett gegen das Projekt,", sagt Plunien. Es gebe aber auch viele Sorgen, etwa hinsichtlich der Infrastruktur und der Frischluftzufuhr.

Begoña Hermann (SPD) findet, der Ortsbeirat sollte "das Heft in die Hand nehmen" und versuchen, im Interesse des Stadtteils Einfluss auf die Planungen zu nehmen.

In der Mariahofer Hauptstraße darf weiterhin stellenweise 50 Kilometer pro Stunde schnell gefahren werden - das hat die Stadt dem Ortsbeirat mitgeteilt, der sich mit der Abschaffung der Tempo-40-Regelung nicht abfinden will. "Wie kommt der Amtsleiter dazu, zukünftige Einwände schon im Voraus in Abrede zu stellen?", fragt Jutta Albrecht (CDU). Bernd Lehmann (Wählergruppe Lehmann) schlägt vor, die "Anmaßung" mit größeren Geschützen zu beantworten - etwa einer Dienstaufsichtsbeschwerde bei der ADD.

Begoña Hermann (SPD) fragt hingegen, ob sich der Ortsbeirat nicht verrenne: Ob das "kurze Stück" wirklich so unfallträchtig sei und ob man da überhaupt auf 50 Stundenkilometer komme. Eine Frage, die vor allem die Männer im Rat süffisant bejahen. Jörg Hahn (Wählergruppe Lehmann) meint: "Manche rauschen da sogar mit 70, 80 durch!" Der Ortsbeirat darf in den nächsten zwei Jahren den Stadtteil mit jeweils 17 884 Euro fördern. Der Ortsbeirat beschließt als wichtigste Posten, für 2015 dem Sportverein 4000 Euro und im Folgejahr 2000 Euro zuzugestehen.

Der Bürgerverein (inklusive Gartenfreunde) erhält jährlich 2000 Euro. Der Senioren- und Stadtteiltreff kann sich über jeweils 500 Euro freuen. Und das Zeltlager der Pfadfinder kann für 1070 Euro seinen defekten Bräter ersetzen.
Mit dem verbliebenen Geld (2348 Euro für 2015 und 13 348 Euro für 2016) könnte der Ortsbeirat dann Unterstützung für einen neuen Kinderhort in der Ladenpassage leisten. Ein solches "deutliches Signal" habe sich die Stadt vom Ortsbeirat gewünscht, berichtet Plunien.

Dass der jetzige Ortsvorsteher ein Buchhalter ist, verhilft Mariahof demnächst zu weihnachtlichem Lichterglanz: Im Sachstandbericht zum Ortsteilbudget 2014 ist ihm aufgefallen, dass eine abgeschlossene Maßnahme mit drei Fragezeichen markiert war. Eine Nachfrage bei der Stadt ergab: es sind noch 605 Euro übrig.

Der Beirat stimmte zu, das Geld umzuwidmen, um bei der großen Zeder nahe der Ladenpassage eine Steckdose einzurichten. Die speist dann die Beleuchtung des Baumschmucks, für den der Bürgerverein sorgen wird. fgg