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Sie beweisen Mut und Solidarität in Notsituationen

Sie beweisen Mut und Solidarität in Notsituationen

Die Stadt Trier und das Polizeipräsidium haben zum ersten Mal gemeinsam Preise für Zivilcourage verliehen. Damit soll beispielhafter Bürgermut anerkannt und gewürdigt werden.

Trier. Udo Benz und Otmar Müllers haben Erste Hilfe bei einem Unfall mit drei Toten und drei Schwerverletzten auf der A 1 geleistet, Werner Bettendorf und Alfred Schmitt retteten eine lebensmüde Person, die sich mit Autoabgasen umbringen wollte, und Dariusz Kucharski zog mit seinem Bruder Sebastian einen Mann in letzter Minute aus einem Auto, das in der Mosel gelandet war. Menschen wie ihnen galt die Ehrung von Stadt und Polizeipräsidium Trier, die in dieser Woche zum ersten Mal gemeinsam die Zivilcourage von Bürgern gewürdigt haben.
Positive Beispiele für andere


Bei einem Festakt im Trierer Rathaus hob Oberbürgermeister Klaus Jensen unter anderem hervor, dass die Geehrten in ex tremen Ausnahmesituationen wie Unfällen mit mehreren Toten und Überfällen Mut, aber auch Solidarität mit ihren Mitbürgern demonstriert hätten. "Mit unseren Preisen wollen wir die Aufmerksamkeit auf diese positiven Beispiele lenken", betonte der Oberbürgermeister.
Geehrt wurden insgesamt 36 Menschen aus der Großregion Trier (siehe Text rechts), nur 29 konnten wetterbedingt zur Preisverleihung kommen. Ihr beispielhaftes Engagement vermittelt nach Aussage von Polizeipräsident Lothar Schömann den Bürgern auch ein Stück Zuversicht, dass in einem Notfall auch von völlig Fremden Hilfe geleistet werde. In der Region Trier sei die Bereitschaft dazu nach seiner langjährigen Erfahrung relativ hoch. Zivilcourage ist für Oberbürgermeister Klaus Jensen aber kein falsch verstandener Heldenmut: "Man kann auch aus der Distanz durch besonnenes Handeln wertvolle Hilfe leisten", betonte er. Die Liste der Geehrten bietet zahlreiche eindrucksvolle Beispiele für vorbildlichen Bürgermut: Eine ganze Reihe der Geehrten unterstützte die Polizei tatkräftig und leistete so nach Einschätzung von Schömann einen unverzichtbaren Beitrag für mehr Sicherheit und einen besseren Opferschutz.
Ein Beispiel ist Maximilian Krieger. In der Nacht zum 7. Januar bemerkte er mehrere Sachbeschädigungen an Fahrzeugen, die vor seiner Haustür standen. Bei dem Versuch, den später gefassten Täter aufzuhalten, wurde er durch Messerstiche verletzt.
Ulrich Dempfle (CDU), Maria Duran-Kremer (SPD), Uschi Britz (Bündnis 90/Grüne) und Margret Pfeiffer-Erdel (FWG) nahmen als Vertreter des Trierer Stadtrats am Festakt teil - als Zeichen der Wertschätzung der Träger des Zivilcourage-Preises. Der Rat hatte im Oktober 2010 den Beschluss gefasst, den städtischen Zivilcouragepreis zu vergeben, der 2012 erstmals verliehen worden war. Das Pendant des Polizeipräsidiums gibt es schon seit 2000 im Rahmen der landesweiten Kampagne "Wer nichts tut, macht mit". red