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Theater Trier: Weniger Zuschauer, mehr Abonnenten

Theater Trier: Weniger Zuschauer, mehr Abonnenten

Knapp 1500 Zuschauer weniger hat das Theater Trier in der vergangenen Spielzeit verbucht. Das haben die Verantwortlichen dem Kulturausschuss der Stadt Trier am Mittwochabend mitgeteilt.

Kamen in der Spielzeit 2015/2016 noch 87.252 Zuschauer, waren es in 2016/2017 nur noch 85.748. In diese Spielzeit fiel auch die Freistellung des ehemaligen Intendanten Karl Sibelius , der mit der Auflösung seines Vertrags 300.000 Euro Abfindung erhielt. Auch Ex-Kulturdezernent Thomas Egger musste gehen , nachdem das Budget um Millionenbeträge überzogen wurde.

Der neue Intendant Manfred Langner und Eggers Nachfolger Thomas Schmitt hatten indes auch Erfreuliches zu verkünden: So konnten die Zahl der Abonnements von 1318 auf 1582 erhöht werden - diese Zahl dürfte noch steigen, da die neue Spielzeit noch nicht begonnen hat. "Wir haben jeden, der sein Abonnement gekündigt hat, angeschrieben", sagte Schmitt. Er hofft, einst treue Theaterzuschauer so zurückzugewinnen.

Eine starke Auslastung mit 77,62 Prozent hatte das Kinder- und Jugendtheater zu verzeichnen. Traditionell viele Zuschauer kamen auch zu den Konzerten: Einer Kapazität von 12.112 Plätzen stehen 10.780 Besucher gegenüber - das bedeutet eine Auslastung von 89 Prozent. "Die Statistik ist nicht so katastrophal, wie wir es befürchtet hatten", sagte Ausschussmitglied Ulrich Dempfle. "Trotzdem erschreckt es schon, wenn in der Oper plötzlich nur noch eine Auslastung von 50 Prozent da ist" - denn diese Zuschauer seien normalerweise Stammpublikum.

Nicht korrekt aufgeführt seien die Zahlen im Bereich Tanz, ergänzte Dramaturgin Waltraud Körver. Diese Sparte weist in den zunächst veröffentlichten Zahlen des Theaters eine Auslastung von 31,44 Prozent aus. Details sollen am Donnerstag, 17 Uhr, dem Steuerungsausschuss vorgelegt werden. Dempfle: "Unter der künstlerischen Leiterin Susanne Linke und Waltraud Körver wurde dort gute und skandalfreie Arbeit geleistet. Wir müssen überlegen, wie wir mehr Menschen für das Tanztheater begeistern können."

Dezernent Thomas Schmitt wagte die Prognose, dass das Budget 2017 voraussichtlich eingehalten werden könne. Dies sei zwar nur eine Schätzung, die jedoch solide sei.

Der neue Intendant Langner wollte sich indes auch gar nicht zu lange mit der Vergangenheit aufhalten und verriet erste Pläne fürs kommende Jahr. So sei die kulturelle Bildung ein großer Bestandteil seines Handelns. Auch das kulturelle Erbe der Stadt Trier wolle das Theater wesentlich mitbegleiten. Zum Karl-Marx-Jahr 2018 habe er ein Auftragswerk an einen renommierten Schriftsteller vergeben mit der Bitte, ein Stück zum berühmtesten Sohn Triers zu schreiben. "Es wird Musik und unterhaltsame Elemente beinhalten, ist aber auch ein politisches Stück."

Man wolle Marx zeigen, aber auch zur Diskussion stellen. Denn für ihn, Langner, sei das Theater auch ein gesellschaftliches Forum. Mindestens zwei, besser noch drei Produktionen sollen in der kommenden Spielzeit zudem im Freien stattfinden. "Ich wünsche mir, dass wir im Juni ein Musical und eine Kinderproduktion ins Freie legen können", sagte der Intendant. Eine Oper solle es deshalb nicht sein, weil mit einem Musical der Aufwand reduziert werden könne. Seine Hoffnung: auf diese Weise neue Zuschauer zu generieren.