Trierer Nelson-Mandela-Realschule Plus wehrt sich gegen neue Räume

Trierer Nelson-Mandela-Realschule Plus wehrt sich gegen neue Räume

Die Nelson-Mandela-Realschule Plus wehrt sich dagegen, mehr Räume zu bekommen. Die wären nämlich einen halben Kilometer weit weg. Heute übergeben die Kritiker dem Schuldezernenten Andreas Ludwig 800 Unterschriften.

Trier Es klingt wie eine gute Nachricht: Mehr Platz für die Kinder und Jugendlichen der Nelson-Mandela-Realschule Plus. Doch wenn das Vorhaben Realität wird, das die Stadt als Schulträger derzeit prüft, bekäme die Schule zusätzliche Räume, die einen halben Kilometer entfernt im Gebäude der ehemaligen Robert-Schuman-Realschule in der Kaiserstraße liegen.
"Für uns wäre die Aufteilung ein Riesenproblem, weil wir nicht alle Fachräume an beiden Standorten anbieten können", sagt Luise Laurent, Leiterin der Schule. Somit müssten die Schüler zwischen den Stunden hin und her laufen - das sei "eine Zumutung für unsere Schüler, von denen manche Behinderungen haben und viele einen besonderen Schutz brauchen". Jens Kügl, Vorsitzender des Elternbeirats, steht hinter Laurent: "Die Aufteilung würde die Gemeinschaft der Schule zerreißen."
Noch hat die Stadt die Dislozierung, wie die Aufteilung im Verwaltungssprech genannt wird, nicht beschlossen. Damit das so bleibt, übergeben Schulleitung, Elternvertreter und Schüler heute dem Schuldezernenten Andreas Ludwig rund 800 Unterschriften von Eltern und Schülern, die sich gegen die Ausweitung auf die Kaiserstraße aussprechen.
Der Stadtrat denkt über eine Dislozierung der Schule in die Kaiserstraße nach, weil die Nelson-Mandela-Schule weniger Platz hat, als ihr die Stadt laut Landesvorgaben zugestehen muss. Gleichzeitig sei das Gebäude in der Kaiserstraße mit neun vom Humboldt Gymnasium genutzten Räumen nicht genug ausgelastet. "Da unser Platzproblem verschwindend gering ist, plädieren wir dafür, in Ruhe nach pädagogisch tragbaren Lösungen zu suchen", sagt Laurent. In einem Brief an den Stadtrat schlugen Schulleitung und Eltern im September vor, das benachbarte Montessori-Gebäude als zweiten Standort zu prüfen. Das Land in Gestalt der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) fordert aber, dass die Stadt das Gebäude saniert, bevor es wieder als Schule genutzt wird. Zusätzliche Kosten, die die Stadt bisher vermeiden will. Eine Presseanfrage vom Dienstag konnte die Stadt bis Redaktionsschluss nicht beantworten.
Auch das Humboldt Gymnasium (HGT), das die Kaiserstraße als Außenstelle nutzt, könnte dort künftig mehr Schüler unterrichten müssen. "Das würde unsere Schule auseinanderreißen", kritisiert Schulleiter Ralph Borschel die Überlegungen und regt an, zum Beispiel den bisherigen Standort des HGT auszubauen.

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