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Neue Jagdkönigin Sarah Wirtz kommt aus Trier - Ab Sonntag mit eigener Facebook-Seite

Eine Frau, zwei völlig verschiedene Outfits: Sarah Wirtz aus Trier ist am Freitag im Rahmen des Landesjägertages in Worms feierlich zur Jagdkönigin gekrönt worden. Fotos (2): Landesjagdverband
Eine Frau, zwei völlig verschiedene Outfits: Sarah Wirtz aus Trier ist am Freitag im Rahmen des Landesjägertages in Worms feierlich zur Jagdkönigin gekrönt worden. Fotos (2): Landesjagdverband FOTO: LENE BORGERS (h_st )
Trier/Worms. Die Stadt Trier kann sich glücklich schätzen. Sie ist zwar arm an Geld, doch reich an Majestäten. Nachdem bereits Weinkönigin und Glühweinkönigin ihr Zepter schwingen, ist am Freitagnachmittag in Worms die rheinland-pfälzische Jagdkönigin gekrönt worden. Sarah Wirtz heißt sie, ist 28 Jahre alt und stammt aus Trier. Verona Kerl

Trier/Worms. Sarah Wirtz ist voller Tatendrang. Zwei Jahre lang will sie das Image der Jagd verbessern und gleichzeitig junge Menschen dazu anregen, den Jagdschein zu machen, auch Frauen. Ihre Mission heißt: "Die Jagd soll weg vom Bild des grün angezogenen Jägers im gesetzten Alter, der Bambi erschießt."
Die 28-jährige Triererin weiß, wovon sie spricht. Schließlich jagt die Doktorandin im Fach Biogeographie selbst und weiß, wie es sich anfühlt, auf die Pirsch zu gehen, auf dem Ansitz auf das Wild zu warten und dann mit Glück und Können einen kapitalen Hirsch zu erlegen.
Wenn sie sich am späten Freitagnachmittag aus ihrem bodenlangen Krönungs-Abendkleid geschält und ihre Krone aus Drahtgeflecht, Rehbockgehörn, echtem Fuchsfell und Fasanenfeder abgelegt hat, darf sie erst einmal durchatmen. Denn dann hat sie bereits ihren ersten offiziellen Termin hinter sich: den Landesjägertag. Dort haben Jäger aus ganz Rheinland-Pfalz über Wildtierkorridore, Querungshilfen und ein Programm zur Biodiversitätsförderung diskutiert. Themen, die Laien nur bedingt interessieren. Die haben allerdings auch nur unzureichend Kenntnisse darüber, was ein Jäger tatsächlich so treibt, wenn er sein Jagd-Outfit anzieht. Genau da will Sarah Wirtz ansetzen: "Ich will erklären, was ein Jäger eigentlich macht. Leute, die nix mit dem Thema zu tun haben, sollen sich bei mir melden. Die Aktion ,Gemeinsam jagen' etwa wird auf Facebook beworben."
Gundolf Bartmann, Vizepräsident des Landesverbandes, hatte ein gutes Näschen, als er der jungen Jägerin die Bewerbung für das Amt schmackhaft machte. Nach der schriftlichen Bewerbung, einem Motivationsschreiben und einem eineinhalbstündigen Interview, das aufgezeichnet wurde, erhielt sie bereits einige Tage später einen Brief vom Landesjagdverband. Darin beglückwünschte Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes, samt Präsidium die junge Frau zur fünften rheinland-pfälzischen Jagdkönigin. Übrigens: Neben Bayern ist Rheinland-Pfalz das einzige Bundesland mit einem solchen Amt.

Wer Kontakt zu Sarah Wirtz aufnehmen will: Ab Sonntag ist ihre Facebook-Seite geschaltet: Jagdkönigin Sarah I.Sarah Wirtz

Extra

Sarah Wirtz ist in Ruwer, einem Stadtteil von Trier, geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern sind sehr naturverbunden, aber keine Jäger. Mit der Jagd ist Wirtz erst im Rahmen ihrer Forschungsarbeit zur Rotwildgenotypisierung in Rheinland-Pfalz in Kontakt gekommen. vk

FOTO: (h_st )