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Versogungswirtschaft
Hornfeck blickt nach vorn, und Trier sieht sich um

Verlässt die Stadtwerke Trier nach nach vierzehneinhalb Jahren: der kaufmännische Vorstand Olaf Hornfeck.
Verlässt die Stadtwerke Trier nach nach vierzehneinhalb Jahren: der kaufmännische Vorstand Olaf Hornfeck. FOTO: Roland Morgen/TV / Roland Morgen
Trier/Kassel. Der vorzeitige Abgang des kaufmännischen Stadtwerke-Vorstands nach Kassel bringt das Trierer Rathaus in Zugzwang.

Das ging überraschend schnell. Im März hatte der Verwaltungsrat der Stadtwerke Trier (SWT) beschlossen, Olaf Hornfecks im Frühjahr 2019 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Seit Ende vergangener Woche ist bekannt: Der 53-Jährige geht ein halbes Jahr früher und tritt am 1. November seinen neuen Job an –  als neuer Vertriebsvorstand der Städtische Werke AG in Kassel (der TV berichtete in der Wochenendausgabe).

Es ist der Erfolg eines Managers, den ein knappe Mehrheit im Verwaltungsrat nicht für weitere fünf Jahre an der SWT-Spitze haben wollte. In Kassel hat man ihn einstimmig gewählt.

„Man ist auf mich zugekommen“, sagt Hornfeck, der keinen Hehl daraus macht, dass er gerne in Trier geblieben wäre. Die politische Entscheidung gegen ihn kommentiert und kritisiert er nicht: „Ich blicke nach vorn und freue mich, dass ich das letzte Drittel meines beruflichen Werdegangs mit einem adäquaten Anschlussjob beginne.“

Die Freude beruht wohl auf Gegenseitigkeit. Kassels OB Christian Geselle: „Wir haben einen ausgewiesenen Branchenexperten gewonnen. Olaf Hornfeck bringt viele innovative Ideen aus Trier mit, die er unter anderem in den Ausbau der  erneuerbaren Energien in Nordhessen einbringen wird.“

Für den aus Dortmund stammenden Hornfeck ist das Thema SWT aber „selbstverständlich noch nicht abgeschlossen. Ich werde bis zum letzten Tag Gas geben und das Unternehmen nach vierzehneinhalb Jahren ordentlich übergeben.“

An wen? Möglicherweise erst einmal an seinen Co-Vorstand Arndt Müller (50), weil der Posten des kaufmännischen SWT-Vorstands noch gar nicht ausgeschrieben ist. „Aber wir haben in der jüngsten Gremiensitzung bereits erste Entscheidungen zur Vorbereitung des Besetzungsverfahrens getroffen“, betont OB und Verwaltungsratschef Wolfram Leibe. Eine Übergangsphase mit Müller als alleinigem Vorstand kann sich Leibe („Wir haben vollstes Vertrauen in seine Fähigkeiten!“) durchaus vorstellen. Erklärtes Ziel sei aber eine Doppelspitze: „Die Stadtwerke Trier haben eine Größe, die in jedem Fall eine Besetzung mit zwei Vorständen rechtfertigt.“ Leibe dankt Hornfeck für seine „engagierte Arbeit. Er hat mit den SWT viele innovative Ideen nicht nur geplant, sondern auch umgesetzt.“

Als ein Aspirant für die Nachfolge gilt Maximilian Monzel (46), Chef des regionalen Abfall-Zweckverbands ART. Er war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.