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Justiz
Raubprozess vor Trierer Landgericht: Angeklagter psychisch krank?

Noch ist alles offen aber es zeichnet sich ab: Der Angeklagte könnte als vermindert oder gar nicht schuldfähig erklärt werden.
Noch ist alles offen aber es zeichnet sich ab: Der Angeklagte könnte als vermindert oder gar nicht schuldfähig erklärt werden. FOTO: Christiane Wolff / g_pol3 <tdt@volksfreund.de>+SEP+g_pol3 <tdt@volksfreund.de>
Trier. Der wegen Raubes angeklagte Trierer, gegen den am heutigen Dienstag der Prozess vor dem Landgericht eröffnet wurde, ist womöglich psychisch krank und daher vermindert oder gar nicht schuldfähig.
Benedikt Laubert

Er soll im Frühjahr 2017 mehrere Diebstähle in Trierer Geschäften begangen und in zwei Fällen dabei Menschen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben (der TV berichtete).

Der erste Verhandlungstag fiel überraschend kurz aus. Da ein Sachverständiger verhindert war, wurde lediglich die Anklage von der Staatsanwaltschaft verlesen, und Richterin Petra Schmitz ging auf den möglichen Ausgang des Verfahrens ein. Demnach könnte der Angeklagte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Das passiert, wenn Verurteilte vermindert oder gar nicht schuldfähig sind und das Gericht erwartet, dass sie für die Allgemeinheit gefährlich sind. Beschlossen ist aber noch nichts. Woran der Angeklagte womöglich leidet, sagte die Richterin nicht. Der hagere Mann starrte während der Verhandlung vor sich hin und wirkte abwesend. Auf die Fragen der Richterin antwortete er leise und akkurat.

Er soll am 19. April 2017  im Media Markt an der Trierer Ostallee einen DVD-Player geklaut und danach einem Ladendetektiv mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, der seine Tasche festgehalten habe. In den folgenden Monaten habe der Angeklagte unter anderem im Real-Markt in der Gottbillstraße einen weiteren DVD-Player, in Galerie Kaufhof in der Fleischstraße drei Parfums und im Erotik-Laden Pleasure in der Karl-Marx-Straße Damenunterwäsche gestohlen haben. Dort habe er, so die Anklage, ebenfalls einen Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen, der ihn daran hindern wollte, mit dem möglichen Diebesgut zu flüchten. Der Mann ist bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Der nächste Verhandlungstermin ist Freitag, 19. Januar, 9 Uhr im Landgericht Trier. Auch am 26. und am 29. Januar soll verhandelt werden.