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Rewe-Nahkauf droht das Aus

Wenn die Verhandlungen scheitern, schließt der Rewe Nahkauf in Ehrang zum 31. Juli. TV-Foto: Gabriela Böhm
Wenn die Verhandlungen scheitern, schließt der Rewe Nahkauf in Ehrang zum 31. Juli. TV-Foto: Gabriela Böhm
Trier-Ehrang. Der zentral im Ortskern von Ehrang gelegene Rewe-Nahkauf steht möglicherweise kurz vor der Schließung. Sollte Rewe nicht den Zuschlag als Betreiber des zukünftigen Vollsortimenters im Mühlengelände erhalten, will das Unternehmen den Rewe-Nahkauf an der Stadtmauer zum 31. Juli aufgeben. Gabriela Böhm

Trier-Ehrang. Zur "Schadensbegrenzung" hat der Pächter des Ladens bereits Mitarbeiter entlassen: Von früher elf Angestellten, darunter drei Vollzeitkräften, sind noch sechs Teilzeitkräfte geblieben. Dazu kommen vier Angestellte der im Geschäft integrierten Bäckerei.
440 Unterschriften gesammelt


Um die Zukunft des Ladens sieht es kritisch aus, sagt Pächter Dieter Budweg und bestätigt, dass "der Umsatz nicht mehr stimmt". Viele andere Geschäfte hätten in Ehrang schließen müssen. "Auf der Strecke bleiben doch die älteren Leute!" Wenn nicht in den nächsten 14 Tagen etwas passiere, werde der Markt am 31. Juli geschlossen, fürchtet Budweg. Denn an diesem Tag endet der Mietvertrag.
Rewe sei nicht bereit, für eine Übergangszeit "das Verlustgeschäft in Kauf zu nehmen, wenn das Unternehmen nicht neuer Betreiber im Mühlengelände wird", informierte Ortsvorsteher Günther Merzkirch in der Ortsbeiratssitzung am Mittwochabend. "An der Schließung ist wohl nicht zu rütteln!" 440 Unterschriften habe er in acht Tagen gegen die Schließung gesammelt, sagt Budweg. "Ich finde, wenn eine Firma fast 30 Jahre vor Ort ist, muss sie doch ein kleines Vorzugsrecht haben."
Der eigentlich vom Ortsbeirat favorisierte Investor für den neuen Supermarkt im Mühlengelände war überraschend für das Gremium in die Insolvenz gegangen. Dieser Investor hatte Rewe den Zuschlag geben wollen - das hätte die Existenz des Rewe an der Stadtmauer bis zum Bau des neuen Markts gesichert. Der neue Investor habe sich noch nicht festgelegt, welcher von drei möglichen Betreibern den Zuschlag erhielte, sagte Merzkirch.
Budweg hofft nun auf Unterstützung durch den Oberbürgermeister oder die Dezernentin. Seit zwölf Jahren ist er Pächter des Rewemarktes. Seine eigene Zukunft? "Hartz IV, im Moment", sagt der 54-Jährige.
In den letzten Jahren hatte sich der Markt stark geändert: Das Sortiment war geschrumpft, gleichzeitig kam Kundschaft, die vor dem Geschäft durch unangemessenes Verhalten auffiel. Der neue Vollsortimenter im Mühlengelände soll Ende 2015/Anfang 2016 im Zuge des Neubaus der B 422 als Ortsumgehung von Ehrang nach Kordel entstehen. Der dafür erforderliche Abriss von Häusern ist für Juni und Juli geplant, sagt Merzkirch.