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Bildung
Trierer PTA-Absolventinnen starten mit besten Voraussetzungen

50 Jahre Trierer Gesundheitsfachschule für Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTAs): Da stehen Labore und Hörsaal auch für interessierte Besucher offen. Auch einen Tag der offenen Tür zum Hineinschnuppern in den Beruf ist in jedem Jahr angesagt.
50 Jahre Trierer Gesundheitsfachschule für Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTAs): Da stehen Labore und Hörsaal auch für interessierte Besucher offen. Auch einen Tag der offenen Tür zum Hineinschnuppern in den Beruf ist in jedem Jahr angesagt. FOTO: LH
Trier. Seit 50 Jahren gibt es die Trierer Fachschule für Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten (PTA). Damit ist sie die älteste ihrer Art im Land. Auf der Feier sagen Absolventinnen, warum sie diesen Beruf gewählt haben.

Angehende Trierer Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) können es nach ganz oben schaffen. Nicht nur im wörtlichen Sinne, weil ihre Fachschule am Schulzentrum Wolfsberg liegt, das sich mit dem Stadtteil Mariahof hoch oben über der Talstadt befindet.

Sie schaffen es oft auch beruflich weit nach oben: PTA sind heutzutage gefragter denn je, und auch der abwechslungsreiche Beruf ermöglicht vielfältige Aufstiegschancen. Als fertig ausgebildete PTA ausschließlich in der Apotheke neben der Apothekerin arbeiten zu können – das ist längst passé. Aber nicht wenige Schülerinnen wollen genau das, wie eine nicht repräsentative Umfrage im Rahmen der Feierstunde zum 50-jährigen Schuljubiläum ergab.

Doch was machen PTA überhaupt? Sie stellen vor allem Arzneimittel her, Tabletten ausgenommen. Dazu zählen unter anderem: Salben, Tinkturen, Augentropfen, Emulsionen, Kapseln, Cremes und Teemischungen. Immer mehr in den Vordergrund rückt das Beratungsgespräch mit dem Kunden, die vielleicht stärkste Veränderung im Berufsbild in den vergangenen Jahren, worauf auch der Unterricht stark ausgerichtet wird.

Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt seien geradezu optimal, sagt Schulleiter Thomas Zimmer. PTA würden händeringend gesucht – bundesweit. Lukrative Beschäftigungsmöglichkeiten ergäben sich in der pharmazeutischen Industrie, als Mitarbeiterinnen bei Untersuchungsämtern, Krankenkassen oder im Fach-Großhandel und nicht zuletzt als Lehrkraft für Fachunterricht an Schulen wie der Trierer, an der bis zu 15 Lehrkräfte unterrichten, davon fünf studierte Apotheker.

Ihre Anfänge nahm die Schule in Trier 1968. Damit ist sie genauso alt wie der Berufsstand selbst, sie ist die älteste Schule ihrer Art in Rheinland-Pfalz und eine der ältesten bundesweit. Unterrichtsbeginn war am 2. Oktober 1968 in der „staatlichen Lehranstalt für PTA“ im Gebäude der ehemaligen Grundschule in der Kürenzer Soterstraße. Im Sommer 1990 schließlich folgte der Umzug in moderne Räume auf den Wolfsberg. Der Begriff PTA muss vor allem in der weiblichen Form gebraucht werden.

Der Bereich sei eine absolute Frauendomäne, sagt der Schulleiter, und das könnte durchaus noch Jahre so bleiben. 85 Jugendliche besuchen derzeit die Fachschule; 100 beträgt die Gesamt-Kapazität. Auf den Fotos der Schüler sind gerade einmal acht männliche Jugendliche auszumachen. Warum das so ist? Thomas Zimmer hat keine plausible Erklärung dafür, dass bis zu 95 Prozent der Fachkräfte weiblich sind. Familie und Beruf ließen sich in dem Beruf ziemlich gut unter einen Hut bringen, sagt er.

Warum wird man also PTA? Laura Holzem (21) und Jessica Galster (20) haben folgende Erklärung dafür: Es liege an der Freude, Arzneimittel selber herzustellen, diese auch zu prüfen um mit den Produkten Menschen zu helfen, ihnen Linderung zu verschaffen. Linda Fröhlich (33) arbeitete schon in einem ähnlichen Beruf: als PKA (Pharmazeutisch-kaufmännische-Assistentin) in einer Apotheke, bis sie mehr Gefallen fand am Pharmazeutischen und weniger am Kaufmännischen.

Kurzerhand wechselte sie auch unter Inkaufnahme einer weiteren Ausbildung, diesmal als PTA. Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen? Mit den Naturwissenschaften, insbesondere Chemie, nicht auf dem Kriegsfuß stehen, lautet der Tenor der drei jungen Frauen. Sie können es kaum erwarten, kommenden Sommer (nach zwei Jahren) ihre Ausbildung abzuschließen. Es folgt dann noch ein Praktikum von sechs Monaten in einer Apotheke und eine dann alles abschließende mündliche Prüfung.