Ab und zu Grund zum Händeschütteln

Ab und zu Grund zum Händeschütteln

Die Zeiten sind schlecht für die Automobil-Industrie und damit auch für die meisten Autohändler. Im vergangenen November wurden 18 Prozent weniger Neuwagen verkauft als im November des Vorjahres, meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA). Der TV hat einmal Händler aus der Region befragt, wie es bei ihnen aussieht.

Daun/Uersfeld. Momentan gibt es aus der Automobil-Industrie nur Hiobsbotschaften. Kurzarbeit, Bänder werden gestoppt, und letztendlich trifft die Krise auch die Autohändler mehr oder weniger hart. Experten schätzen, dass in Zukunft sogar jedes vierte Autohaus seine Pforten schließen muss.

Doch ganz so dramatisch, wie es die VDA-Zahlen aussagen, ist die Lage für Automobilhändler aus dem Vulkaneifelkreis noch nicht. Im Premium-Segment scheint die Wirtschaftskrise kaum Einfluss auf das Käuferverhalten zu nehmen. "Ende November war der Auftragsbestand noch etwas größer als vorher. Das große Auf und Ab hatten wir im gesamten Jahr nicht, stattdessen liegen wir mit nur neun Fahrzeugen weniger als im Vorjahr ziemlich gleich", erklärt Richard Kainz vom BMW- Autohaus Kainz auf TV-Anfrage. Genauso gut stellt sich die Lage bei Peugeot Junk Automobile in Daun dar. "Man hört zwar momentan nur Hiobsbotschaften, aber wir schwimmen beim Verkauf gegen den Strom. Wir haben unsere Zielvorgaben schon im Oktober zu hundert Prozent erfüllt, was danach kam, ist ein Plus für uns", berichtet Geschäftsführer Peter Junk.

Auch beim Renault-Autohaus Schüller in Uersfeld sind die Zeiten nicht so schlecht. "Es ist zwar schlechter geworden, aber nicht so stark, wie es die VDA- Zahlen sagen. Die Nachfrage hat auch bei uns nachgelassen, das geht aber schon seit Jahren so und ist ein kontinuierlicher Prozess. Wir können uns aber nicht beklagen und schreiben schwarze Zahlen, weil wir eine sehr gute Werkstattauslastung haben", sagt Geschäftsführer Hans-Werner Schüller. Problematisch sieht er die Lage nicht. "Wir werden weiterhin unsere zehn Leute beschäftigen, denn unsere Firma war schon immer mehr auf den Service in unserer guten Werkstatt als auf den Verkauf ausgelegt."

Auch bei Schüllers Kollegen Peter Kirsten vom Fiat-Autohaus Kirsten ist Ähnliches zu hören. "Von den Verkaufszahlen liegen wir genauso wie im vergangenen Jahr, aber seit dem Sommer ist es bedeutend ruhiger geworden", sagt Geschäftsführer Peter Kirsten.

Dem stimmt auch Andreas Holzhäuser, Geschäftsführer des Autohauses Knötgen in Daun, zu. "Der Automobilmarkt hängt darnieder. Die Nachfrage nach Neuwagen ist seit Mitte September spürbar schlechter geworden, beim Gebrauchtwagenmarkt ist es nicht so schlimm. Holzhäuser macht sich deshalb Gedanken. "Existenzbedrohend ist es momentan nicht, aber mittlerweile macht man sich schon Sorgen, denn es geht einfach ums Überleben. Wir haben als Reaktion auf die schlechte Nachfrage unseren Bestand zurückgefahren, und ich gehe davon aus, dass 2009 ein schwieriges Jahr wird." Die Bevölkerung befindet sich, so der Autohauschef, "in einer Angststarre und hortet ihr Geld lieber. Das wird sich wieder lösen, aber es darf nicht zu lange dauern."

Teils einfach etwas ruhiger



Auch Fred Neuerburg vom VW-Autohaus Neuerburg in Meisburg kann über keine guten Zahlen berichten. "Im vergangenen Monat waren die Zahlen wirklich schlecht, und ich denke, es wird noch viel schlimmer."

Etwas ruhiger ist es auch beim Ford-Autohaus Stolz in Daun. "Wir hatten zwar im November viele Auslieferungen von Fahrzeugen, aber seit Oktober und November sind die Auftragseingänge rückläufig zu den Monaten zuvor, und Besuche von Kunden im Autohaus gab es weniger. Besonders bei Gebrauchtwagen haben wir einen starken Rückgang vermerkt", berichtet Geschäftsführerin Marina Stolz.

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