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Der Neue tritt in große Fußstapfen

Der Neue tritt in große Fußstapfen

In Daun übernimmt heute ein pensionierter Oberst das Amt des Stadtbürgermeisters, und im größten Dorf der Verbandsgemeinde (VG) Daun, in Gillenfeld, hat bereits ein ehemaliger Berufssoldat das Ruder übernommen. Karl-Heinz Schlifter, 60 Jahre alt, ist der neue Ortsbürgermeister der 1500-Einwohner-Gemeinde.

Gillenfeld. In Gillenfeld lebt Karl-Heinz Schlifter schon seit Ende der 1980er Jahre. Doch dass er einmal an der Spitze der Gemeinde stehen würde, stand nicht in seinem Lebensplan. "Am liebsten wäre mir gewesen, wenn Heike Hermes als Ortsbürgermeisterin weiter gemacht hätte, aber sie hat sich entschieden, einen neuen Weg einzuschlagen. Nach vielen Überlegungen und Abwägungen habe ich mich dann entschieden, zu kandidieren", sagt der 60-Jährige, der seit 2006 im Ruhestand ist.
Viel Arbeit für 1000-Jahr-Feier


Mit Erfolg: Am 25. Mai setzte Schlifter sich bei der Kommunalwahl gegen den früheren Ortsbürgermeister Karl-Josef Roden durch. Nun steht er vor dem neuen Gemeinderat und wird von seiner Vorgängerin ins Amt eingeführt. "Ich muss sagen: Das war ein besonderer Moment, verbunden mit einer gewissen Nervosität", sagt er. Sicher auch, weil er kein "Eingeborener" ist und sich umso mehr darüber freut, dass eine Mehrheit der Gillenfelder für ihn votiert hat. Schlifter ist in Aachen aufgewachsen; den Weg in die Eifel fand er, als er 1988 zum Luftwaffenstützpunkt nach Büchel (Kreis Cochem-Zell) kam.
Seine kommunalpolitische Laufbahn dauert auch noch nicht so lange: Mitglied des Gemeinderats war er seit 2009, auf VG-Ebene war er fünf Jahre lang Beigeordneter. Und nun Ortsbürgermeister. Große Fußstapfen, in die er da tritt, denn Heike Hermes war mehr als zehn Jahre (seit Ende 2003) Ortsbürgermeisterin und insgesamt 20 Jahre im Rat aktiv. Ihrer Amtsführung zollt der Nachfolger viel Lob: "Sie hat mit ihrer ausgleichenden Art immer versucht, Brücken zu bauen, die Leute mitzunehmen, einen einvernehmlichen Weg zu finden. Das ist ihr wirklich gelungen, das hat sie sehr gut gemacht."
Die berühmten 100 Tage zur Einarbeitung ins neue Amt nimmt Schlifter gerne in Anspruch: "Und wer weiß, ob ich damit überhaupt auskomme." Unterstützt wird er künftig von drei neuen Beigeordneten: Hermann Condné, Bärbel Busch und Johannes Weber.
An Arbeit mangelt es dem neuen Gemeindevorstand nicht. Schon seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen für ein ganz großes Fest: 2016 feiert die Gemeinde ihr 1000-jähriges Bestehen. "Es sieht zwar so aus, dass ob es noch lange hin wäre bis 2016, tatsächlich aber ist noch so viel zu tun, dass wir nun aufs Tempo drücken werden, um alles zu schaffen", sagt der neue Ortsbürgermeister. Dabei kann er auf die Mitarbeit seiner Vorgängerin Heike Hermes bauen: "Ich bin zwar nicht mehr Ortsbürgermeisterin, werde mich aber in diesem Bereich weiter engagieren", sagt die 48-Jährige.
Gemeinde plant Wohnanlage


Auch um das für die Pulvermaar-Gemeinde wichtige Standbein Tourismus will sich Schlifter weiter besonders kümmern. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht das Projekt "Florinshof". Die Gemeinde entwickelt zusammen mit einem Planungsbüro eine generationenübergreifende, genossenschaftlich organisierte Wohnanlage.
Fehlt nach der Übernahme des neuen Amts eigentlich noch ein Dialekt-Kurs. Wie steht es um eine vertiefte Einführung ins "Jellweder Platt"? "Meine Sprachbegabung hält sich leider in Grenzen. Ich habe wenig Hoffnung, dass ich noch perfekt Platt lernen werde."Extra

Karl-Heinz Schlifter wurde 1953 in Ostdeutschland geboren. Mit fünf Jahren zog er nach Aachen um. Von 1974 bis 2006 war er bei der Bundeswehr. Er ist seit 38 Jahren verheiratet, hat eine Tochter, einen Sohn und zwei Enkel. Er wohnt seit 1988 in Gillenfeld. red