Die Schreinerei Bernard aus Schalkenmehren hat einen Bundespreis für ihre handwerklichen Arbeiten an der Friedhofskapelle in Trier erhalten.

Handwerk : Eine Auszeichnung als Sprungbrett

Die Schreinerei Bernard aus Schalkenmehren hat einen Bundespreis für ihre handwerklichen Arbeiten an der Friedhofskapelle in Trier erhalten.

„Neues schaffen, Werte erhalten“, steht auf einer der Fahnen am Firmensitz der Schreinerei Bernard in Schalkenmehren. Das hat Bedeutung: „Wir machen fast alles, was den Innenausbau und die Außengestaltung eines Hauses betrifft“, sagt Eduard Schiefer, Geschäftsführer und, gemeinsam mit Ehefrau Ilona, Eigentümer des 2000 Quadratmeter großen Areals in der Udler Straße im Drei-Maare-Dorf. Zum Arbeitsfeld gehören die traditionellen Schreinerarbeiten, über Küchen- und Bad­einrichtungen, Fußböden, Türen bis hin Raum- und Außenbeschattungen und der Ausbau von Sonder- und Spezialfahrzeugen.

Damit aber noch nicht genug. Das Team um Eduard Schiefer arbeitet seit einigen Jahrzehnten an denkmalgeschützten Objekten. Und das so gut, dass der Chef den „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ in Mainz von Ministerpräsidentin Malu Dreyer entgegennahm.

Die Friedhofskapelle des Hauptfriedhofs in Trier war das Projekt, an dem die Schreinerei mitwirkte. „Nach mehreren Arbeiten im Auguste-Viktoria-Gymnasium und der Stadtbibliothek in Trier beauftragte die Trier-Gesellschaft uns mit der Sanierung“, sagt Schiefer. „Zunächst sahen wir dort ein Denkmal, das, in einem Gerüst verpackt, eher einer Ruine ähnelte.“ Aufgabe war nun die Sanierung, Rekonstruierung und Aufarbeitung der Fenster, Türen, der Boden der Empore, die Portale, die Treppe sowie die Beschlagtechnik, die instandgesetzt und ergänzt werden musste.

In Zusammenarbeit mit der Trier-Gesellschaft, dem Architekturbüro Weltzel und Hardt, dem Denkmalamt Trier und weiteren Gremien der Stadt „wurde eine Mammutaufgabe bewältigt und ein Denkmal nicht nur erhalten, sondern auch teilweise seiner Nutzung zurückgeführt“, ergänzt Schiefer. Die Trier-Gesellschaft war es auch, die sich mit dem Projekt der Friedhofskapelle in Mainz beworben hatte. „Wir haben weder mit der Nominierung noch mit einem Preis gerechnet“, sagt der 51-Jährige, „aber die Freude, einen der begehrten Handwerkerpreise zu erhalten, ist riesig“.

Mit Restaurationsarbeiten sei er schon in den 1980er Jahren während seiner Lehre in Berührung gekommen, erläutert der Schreinermeister. Im Betrieb von Alois Koller in Wittlich wurden damals schon alte Möbel und Einrichtungen aufgearbeitet. „Ich erinnere mich an den ‚Frankfurter Wellenschrank‘, der durch Rekonstruktion und Restauration heute einen sehr hohen Wert hat“, sagt Schiefer, „ich habe schon damals die Grundlagen gelernt“.

Die Auszeichnung aus Mainz sei auch ein Sprungbrett. „Wir kommen jetzt in Datenbanken, in die wir sonst nicht so einfach aufgenommen worden wären“, sagt Ilona Schiefer. So wird das Unternehmen wohl zukünftig auch beim Fraunhofer Informationszentrum Raum und Bau (IRB) oder dem obersten Organ des deutschen Handwerks, des Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) zu finden sein.

Vor knapp zwei Jahren sind die Eheleute nach Schalkenmehren gezogen. Zuvor befand sich der Betrieb 16 Jahre lang in Wittlich, „aber dort gab es Standortprobleme und wir haben etwas Neues gesucht“, sagt Ilona Schiefer. Eine glückliche Fügung sei es gewesen, dass Edmund Münch die Schreinerei im Drei-Maare-Ort abgeben wollte. Kurzerhand entschlossen sich die Eheleute zum Kauf – und haben es bisher nicht bereut. Da sie selbst aus der Eifel stammen, wollten sie auch in der Region bleiben.

„In Schalkenmehren fühlen wir uns gut aufgehoben und auch aufgenommen“, freut sich Ilona Schiefer, die als ausgebildete Betriebswirtin im Handwerk für die Buchhaltung zuständig ist. Zwei weitere Meister, ein Geselle in der Meistervorbereitung und Sohn Benedikt als Auszubildender haben hier reichlich zu tun, denn der Betrieb hat auch überregional – im Raum Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Saarbrücken – seine Kundschaft.

Wenn auch manche Schreinerkollegen sich spezialisiert haben auf Fußböden, Fenster- oder Treppenbau, so will Eduard Schiefer das derzeitige Angebot erhalten: „Wir sind auf unsere Art auch Spezialisten, denn wir bewegen uns auf vielseitigem Terrain und dazu gehört auch ein hohes Maß an Kreativität.“

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