Endgültiges Aus

DOCKWEILER/NEROTH/ÜXHEIM. Das Fünkchen Hoffnung, dass die Post deutlich weniger Filialen schließen und auch der Kreis Daun davon profitieren könnte, ist verloschen. Wie geplant, gehen in drei betroffenen Poststellen am 31. Mai und 30. Juni die Lichter aus.

Bruno von Landenberg wollte nichts unversucht lassen: "Mir ist klar, dass die Chancen, dass unsere Postfiliale erhalten bleibt, nicht sehr groß sind, aber kampflos wollen wir das Feld nicht räumen." Der Ortsbürgermeister von Dockweiler mochte sich noch nicht damit abfinden, dass die Filiale Ende des Monats geschlossen wird. Neue Hoffnung hatte er geschöpft, nachdem die Post nach Protesten der betroffenen Kommunen mitgeteilt hatte, die Schließung von kleinen Filialen zu stoppen. Allerdings wurde der letzte Anlauf des Ortsbürgermeisters gebremst. Rund die Hälfte der bundesweit beabsichtigten 1000 Schließungen werde nach Protesten betroffener Städte und Gemeinden rückgängig gemacht, hat ein Postsprecher im April verkündet. Tatsächlich aber seien nur "einige wenige Fälle noch einmal überprüft worden", hieß es auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds von der Post-Pressestelle in Frankfurt am Mittwoch. Allerdings sei nur in "einer Handvoll von Filialen" (wie beispielsweise die Wintersport-Hochburg Oberhof in Thüringen) die Schließungs-Entscheidung rückgängig gemacht worden. Für "Neroth, Üxheim und Dockweiler" gebe es keine Chance, dass die Filialen weiter betrieben würden. In Üxheim (Verbandsgemeinde Hillesheim) und Neroth (Verbandsgemeinde Gerolstein) werden die Poststellen am 30. Juni geschlossen, in Mehren (Verbandsgemeinde Daun) wurde sie - unter fragwürdigen Umständen - schon dicht gemacht (der TV berichtete).Auskünfte wurden verwehrt

Bruno von Landenberg hat sich vor allem über die Vorgehensweise der Post geärgert. "Die Ortsgemeinde hätte bei einem Erhalt der Poststelle vielleicht sogar mit eingebunden werden können", erklärt der Ortsbürgermeister, "aber Auskünfte über die wirtschaftliche Situation der Filiale Dockweiler wurden uns verwehrt." Für von Landenberg ein Beweis mehr, dass die Post kein Interesse hatte an konstruktiven Gesprächen über eine Erhaltung der Filiale. Er hatte die Post darauf hingewiesen, dass es 16 Betriebe und Geschäfte in der 650-Einwohner-Gemeinde gebe, wovon ein Betrieb sogar ein so hohes Postaufkommen habe, dass es eigens von einem Postbediensteten angefahren werde: "So wäre aus unserer Sicht ein Synergie-Effekt bei gleichzeitigem Anfahren der Postfiliale leicht zu realisieren gewesen." Das Fazit des Ortsbürgermeisters: "Die Post geht nach dem Prinzip ,Augen zu und durch' vor. Gekniffen ist mal wieder die Bevölkerung, weil die Infrastruktur im ländlichen Raum weiter verschlechtert wird."