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Gefährliches Pflaster für Motorradfahrer

Daun/GEROLSTEIN. Mehr Unfälle, mehr Tote, aber weniger Verletzte: So lautet die Verkehrsunfallbilanz der Polizei Daun für 2016, bei der die vier getöteten Zweiradfahrer hervorstechen. Für Karneval kündigen die Ordnungshüter massive Kontrollen an. Mario Hübner

Daun/GEROLSTEIN Alfred Haas, Leiter der Polizei-Inspektion (PI) Daun, verknüpft seine Analyse der Verkehrsunfallbilanz 2016 mit einem Appell für die närrischen Tage: "Lassen Sie, wenn Sie feiern und Alkohol trinken möchten, Ihr Fahrzeug stehen, nehmen Sie Bus oder Taxi und kümmern Sie sich im Vorfeld um Ihre Rückfahrt. Wir werden massiv über Karneval kontrollieren und Präsenz zeigen."
Zwar nehmen die 24 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss (2015: 20) in der 2016er-Bilanz der PI Daun keine herausragende Stellung ein, aber immerhin wurden dabei fünf Menschen schwer- und fünf Menschen leicht verletzt. Und Haas führt die vergleichsweise niedrige Quote auch auf "die vielen Verkehrskontrollen" im Zuständigkeitsbereich der PI Daun zurück: Dieser umfasst die Verbandsgemeinden (VG) Daun, Gerolstein, Hillesheim und Kelberg. Die ebenfalls zum Landkreis gehörende VG Obere Kyll wird von der Polizei Prüm betreut.
In der Bilanz stechen vor allem die vier Unfalltoten hervor (2015: 2). Sie waren allesamt Motorradfahrer. Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 2223 Unfälle, 80 mehr als 2015. Die Zahl der Schwerverletzten fiel von 66 auf 60, die der Leichtverletzten von 135 auf 131. Auffällig sind die weiterhin hohe Zahl der Wildunfälle (858) und Raserei als Hauptunfallursache. Beides macht jeweils mehr als ein Drittel aus.
Eine Übersicht:
Junge Fahrer: Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren stellen nach wie vor die Risikogruppe Nummer 1 dar. Sie waren in 525 Unfälle verwickelt, 52 mehr als 2015. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits fünf Jahre anhält. Ein junger Motorradfahrer wurde getötet, es gab 17 Schwer- und 52 Leichtverletzte. Was die Polizei dagegen tut? "Wir machen in allen weiterführenden Schulen im Kreis Informationsveranstaltungen und erreichen so mehrere Tausend Fahranfänger", sagt Haas und fügt hinzu: "Dabei gehen wir personell an unsere Grenzen."
Senioren: Auch für Senioren wird wieder ein "Auffrischungskurs" in Kooperation mit Fahrschulen und der Kreisverkehrswacht veranstaltet - nach dem erfolgreichen Auftakt 2015. Die Zahl der Unfälle, in die Menschen ab 65 Jahren verwickelt waren, stieg von 306 auf 360. Dabei wurde ein Mensch getötet, sieben schwer- und 23 Menschen leicht verletzt.
Kinder: Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Kinder stieg von 13 auf 21 (5 Schwer- und 16 Leichtverletzte). Insgesamt gab es 21 Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren. 2015 waren es fünf weniger. Ein Schulwegunfall war nicht dabei.
Motorradfahrer: Alle vier Menschen, die 2016 bei Verkehrsunfällen im Bereich der PI Daun ums Leben gekommen sind, waren Motorradfahrer. Insgesamt waren im Vorjahr 66 Motorradfahrer (2015: 65) in Verkehrsunfälle verwickelt, 25 von ihnen wurden schwer-, 21 leicht verletzt. Hinzu kommen acht Verkehrsunfälle von Mofa- und Mopedfahrern, bei denen vier Fahrer schwer- und weitere vier leicht verletzt wurden.
Auch für diesen Personenkreis wird die Polizei wieder eine spezielle Veranstaltung samt Fahrsicherheitstraining anbieten - am 22. April in Wiesbaum. "Das kommt stets gut an und ist auch - wie die Zahlen belegen - nötig", sagt Haas. Vor allem die Motorradfahrer ab 45 Jahren stellen laut Polizei eine zunehmende Risikogruppe dar. Sie sollen besonders durch die Veranstaltung zu sicherem und vorsichtigem Fahren gebracht werden.