Kein Kredit fürs Spielen & Sterben

Kein Kredit fürs Spielen & Sterben

GEROLSTEIN. Halt! Auch in einer der reichsten Gemeinden des Kreises Daun - in Gerolstein - hat die Kommunalaufsicht auf die Bremse getreten und 165 000 Euro an Krediten versagt. Damit liegen Vorhaben wie die Leichenhalle Waldfriedhof aber auch Spielgeräte, Hartplatzbau, Draisinenbahnhof und der Brunnenplatz-Umbau auf Eis.

Gesprächsbedarf haben die Verantwortlichen der Stadt Gerolstein angemeldet, nachdem die Kommunalaufsicht eine Reihe von Vorhaben nicht genehmigt hat, für die die Stadt Kredite aufnehmen wollte. Nur 250 000 anstatt der geplanten 415 000 Euro darf sich die Stadt leihen. Grund für das Veto ist, dass die Stadt den Etatausgleich nur dadurch schafft, dass sie knapp 100 000 Euro von der hohen Kante nimmt und somit nicht mehr über eine freie Finanzspitze verfügt. "Diese ist aber die Voraussetzung für die Kreditgenehmigung", sagte Edgar Weis, Kämmerer im Gerolsteiner Rathaus, und fügte hinzu, dass eine Gewerbesteuernachzahlung nun zu einer erhöhten Umlage-Belastung geführt und den Etat ein wenig in Schieflage gebracht habe. Grund zur Beunruhigung besteht laut Weis dennoch nicht. Was der Kommunalaufsicht ebenfalls nicht gefällt ist, dass die Stadt durch die geplanten Investitionen nicht ihren Schuldenberg abbaut und somit die finanzielle Leistungsfähigkeit Gerolsteins auf Dauer geschwächt wird. Auf der Dauner Streichliste stehen bis auf weiteres solche Vorhaben wie der kreditfinanzierte Anteil der Stadt am geplanten Draisinenbahnhof (60 000 Euro), die Planungskosten für den Bau eines Hartplatzes (25 000 Euro), die erste Tranche für das Gemeindehaus samt Jugendheim in Roth (25 000 Euro), der Kauf von Spielgeräten (20 000 Euro), der Stadtanteil am Umbau des Brunnenplatzes samt Umfeld (19 000 Euro), der Kauf neuer Tische und Stühle für die Stadthalle (16 000 Euro) sowie für die Folgejahre die Restfinanzierung des Gemeindehauses Roth (50 000 Euro) und die der Leichenhalle auf dem Waldfriedhof (250 000 Euro). Besonders dem letztgenannten Vorhaben, das mit einer halben Million Euro veranschlagt war, misst Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) höchste Priorität bei. Er sagte: "Die neue Leichenhalle ist ein Muss, denn die unerträglichen Zustände derzeit müssen so rasch wie möglich ein Ende haben." Dennoch geht er davon aus, dass das Vorhaben günstiger zu realisieren sei. "Ich denke, dass wir mit 350 000 Euro hinkommen werden. Dennoch: Die Halle wird nicht mit Gold ausgekleidet, sie muss aber einen würdigen Rahmen bieten." Dass das Gemeindehaus Roth nun erneut auf die lange Bank geschoben und neue Spielgeräte nicht gekauft werden dürfen, bringt Schwartz auf die Palme. Er sagt: "Wir lassen uns nicht von Daun vorschreiben, wie unsere Stadtpolitik auszusehen hat. Immer nur schieben und verzichten, können wir uns nicht leisten."