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Lange Leitung zum Kunden

Lange Leitung zum Kunden

NEICHEN. Rita Bonaventura aus Neichen hat von den Warteschleifen der Telekom die Nase voll: Wochenlang wollte sie nach einem Überspannungsschaden eine neue Telefonanlage von der Telekom montieren lassen. Mit zunächst eher bescheidenem Erfolg.

"Ich weiß langsam nicht mehr was ich machen soll, um endlich eine neue Telefonanlage montiert zu bekommen", sagt Rita Bonaventura. Wenn es bei ihr klingelt, muss sie ins Obergeschoss laufen, denn dort - am Hauptanschluss - funktioniert noch ein Telefon. Die anderen Geräte im Haus, die an die alte Telekom-Anlage angeschlossen sind - einschließlich der Internetverbindung des Computers - sind mausetot. Grund dafür war ein Gewitter am 10. Juli, das einen Überspannungsschaden an der Telefonanlage verursachte. Damit begann für Rita Bonaventura eine wahre Odyssee durch den Kundendienst-Dschungel der Telekom. Am 21. Juli, elf Tage nach dem Schaden, kam ein Telekom-Techniker, der die Leitungen überprüfte und feststellte, dass der Schaden an der Telefonanlage liegen müsse. 59 Euro musste die Telekom-Kundin dafür zahlen.15 Mal gewählt - 15 Mal ist nichts passiert

Der Techniker empfahl, die Störungsstelle anzurufen, was Rita Bonaventura auch tat. "Was da läuft, ist unzumutbar. Ich habe 15 Anrufe getätigt und dauernd kam die Ansage, man müsse warten, bis ein Berater für mich frei sei", erinnert sich Rita Bonaventura. "Kam ich dann mal dran, war die Verbindung auch schon wieder weg. Als ich mich dann bei einem erneuten Kontakt beschwerte, sagte man mir: Wenn die Berater keine Lust mehr zum Telefonieren haben, werfen die einen aus der Leitung." Rita Bonaventura kam nach vielen Telefonaten doch noch zu einer Beraterin in der Störungsstelle. Diese klärte sie darüber auf, dass die Störungsstelle gar nicht zuständig sei, sondern ein Disponent, der dann einen Ortstermin für die Reparatur mache. Man sagte ihr auch, dass man auf Grund der vielen Störfälle durch die Gewitter überlastet sei, die Reparatur aber schon am nächsten Tag gemacht werden könne, wenn sie selbst eine neue Telefonanlage kaufe, da die Telekom selbst erst welche bestellen müsse, was wiederum die Reparaturzeit verlängere. Also kaufte Rita Bonaventura in Trier beim T-Punkt-Laden eine Telefonanlage und rief wieder die Störungsstelle an, um einen neuen Termin zu bekommen. Jetzt sollte der nächste Termin für den Einbau der Anlage aber plötzlich erst in frühestens drei Wochen möglich sein. Nach hartnäckigem Verhandeln wurde dann der 4. August als Termin genannt und auch schriftlich bestätigt. Doch zum vereinbarten Zeitpunkt erschien kein Techniker, und Rita Bonaventura hatte sich umsonst einen halben Tag freigenommen. Wieder versuchte die genervte Kundin über Stunden hinweg, einen Ansprechpartner zu bekommen. Schließlich sagte man ihr, im Computer sei gar kein Auftrag vorhanden und sie solle beim Disponenten anrufen, um einen neuen Termin zu erhalten. 16 Anrufe auf der Suche nach einem freien Disponenten im Dispocenter folgten - ohne Erfolg. Am 7. August der nächste Telefon Marathon. Jetzt war plötzlich doch ein Auftrag vorhanden. Man erklärte ihr, der Monteur habe den Auftrag vom 4. August nicht mehr geschafft. Als neuer Termin wurde der 9. August genannt. Aber auch an diesem Tag kam niemand, und wieder war ein halber Tag Urlaub weg. Beim nächsten Anruf wurde sie wiederum vertröstet. Niemand fühlte sich zuständig. "Man wird wahnsinnig, wenn man bei denen am Telefon hängt. Immer ist keiner zuständig", sagt Rita Bonaventura verzweifelt. Erst auf Nachfrage des TV bei der Telekom in Koblenz kam Bewegung in die Sache. Dort kündigte man an, sich um den Fall zu kümmern und nahm am nächsten Tag sofort Kontakt mit Rita Bonaventura auf. Für die Unannehmigkeiten entschuldigte sich die Telekom und wollte Rita Bonaventura die Kosten für den Technikerbesuch erstatten. Angesichts der Urlaubstage und des Ärgers, den sie jedoch hatte, bestand Rita Bonaventura aber auf einer höheren Entschädigung. Nach kurzer Zeit erklärte sich die Telekom bereit, 232 Euro Schadenersatz zu zahlen. Für die Montage der Anlage hat sie allerdings jemand anderen engagiert.Was brennt Ihnen auf den Nägeln? Mailen Sie uns Ihr Anliegen an thema@volksfreund.de. Wir bringen es voran.