Sportliche Einstellung

GEROLSTEIN. (sts) Die Nachprüfung der Stimmenauszählung der Stadtratswahl in Gerolstein hat nach Auffassung von Bündnis 90/Grüne gezeigt, dass es bei der Auszählung "zu nicht unerheblichen Fehlern" gekommen sei.

So seien knapp zehn Prozent der ursprünglich als ungültig gewerteten Stimmzettel nachträglich als gültig gewertet worden. Die Zahl der von der Korrektur betroffenen Stimmen sei so hoch gewesen, dass es durchaus zu einer Veränderung der Sitzverteilung hätte kommen können, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. "Der Einspruch der Grünen hatte damit seine Berechtigung, auch wenn die Hoffnung der Grünen auf einen zweiten Sitz und damit den Fraktionsstatus im Stadtrat nicht erfüllt wurden", stellt Tim Steen, Mitglied im VG-Rat Gerolstein, fest. Es sei aber sicher, dass das nun festgestellte Ergebnis dem Wählerwillen entspreche. "Wie im Sport musste ein Fotofinish über die genaue Platzierung entscheiden", schreibt Steen. Mit der entsprechend sportlichen Einstellung werde das so festgestellte Ergebnis auch von den Gerolsteiner Grünen akzeptiert. Diese betonen in der Pressemitteilung, dass niemandem unterstellt worden sei, bei der Auszählung bewusst manipuliert zu haben. Bei den komplizierten Regelungen seien Fehler auch bei bester Absicht der Beteiligten nicht auszuschließen. Die Verwaltung und auch die Landesregierung sollten sich aber bemühen, die Informationen der Wahlhelfer zu verbessern und auch das Zählverfahren weniger fehleranfällig zu gestalten. Ein Vorwurf sei jedoch den Mitgliedern des Wahlvorstands zu machen, die die Bedenken der Grünen gegen das ursprünglich festgestellte Wahlergebnis mit Mehrheit ignoriert hätten. Eine frühzeitige Nachkontrolle hätte den "voreiligen Verzicht von Ewald Wollwert auf sein Mandat vermieden", schreibt Steen. So entspreche die Zusammensetzung des Stadtrats eben nicht dem ursprünglichen Wählerwillen. Die knappen Ergebnisse der Stadtratswahl zeigten auch, dass die Wähler sehr direkten Einfluss auf die Zusammensetzung der kommunalen Parlamente hätten. Abschließend heißt es in der Presse-Erklärung: "Dies scheint vielen, die bei der letzten Wahl auf ihr Stimmrecht verzichtet haben, zu wenig bewusst zu sein und sollte sie motivieren, beim nächsten Mal von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen."

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