Tatort Eifel 2017: Schimmi hat den Weg geebnet

Tatort Eifel 2017: Schimmi hat den Weg geebnet

Matthias Brandt und Heino Ferch werden in diesem Jahr beim Tatort Eifel mit dem Filmpreis "Roland" ausgezeichnet. Auch andere Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen kommen zum Festival vom 15. bis 23. September.

Matthias Brandt, Heino Ferch, Gudrun Landgrebe sind nur drei von den bekannten Größen aus Deutschlands Krimiszene, die in diesem Jahr zum Tatort Eifel nach Daun kommen. Und auch in den früheren Jahren liest sich die Gästeliste wie ein "Who is Who" von Filmleuten und Autoren. Doch was veranlasst diese Menschen, die man eher auf Galas in den Metropolen vermuten würde, in die Eifel zu kommen?
"Heute müssen wir sogar Schauspielern absagen", sagt Heinz-Peter Hoffmann, Büroleiter bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel und Leiter des alle zwei Jahre stattfindenden Festivals. Das sei aber nicht immer so gewesen. "Die ersten Jahre wurden wir erstmal beäugt", erzählt er.

Auch er selbst habe am Anfang nicht damit gerechnet, dass aus dem kleinen Festival einmal ein solch prominentes wird. Den Anstoß, zusammen mit Krimiautor Michael Preute alias Jacques Berndorf solch eine Veranstaltung überhaupt ins Leben zu rufen, gab 1999 das jährliche Treffen deutschsprachiger Kriminalautoren, das zum ersten Mal in der Eifel stattfand und sehr erfolgreich verlief. Gleichzeitig feierte Michael Preute große Erfolge mit seinen Eifelkrimis. "Die Beschreibung der Eifel kann ein Werber nicht besser", sagt Hoffmann über die Kriminalromane. Und es sei das Bauchgefühl gewesen, dass da noch mehr gehen müsste und das Thema Krimi über die Literatur hinaus erweitert werden sollte.

Doch schnell sei klar geworden, dass das kein Thema für Verwaltungsfachleute ist. Es mussten Experten aus der Branche ins Boot geholt werden. Die wurden unter anderem in Bettina Buchler gefunden, die das Fachprogramm übernahm.

Dieses ist laut Hoffmann einzigartig in Deutschland. Dabei sei höchste Qualität von Anfang an das Ziel gewesen. Seit 2009 leitet Julia Röskau, die als Producerin für Fernseh-, Kinofilme und Serie tätig ist, das Fachprogramm.
Das Festival entwickelte sich weiter und wurde mit den Jahren immer bekannter. Je mehr Größen aus der Branche zusagten, desto einfacher wurde es, sagt Hoffmann. Der Durchbruch sei aber mit der Teilnahme von Götz George im Jahr 2005 gelungen. Das hätten viele für unmöglich gehalten.

"Wir sind nicht provinziell", sagt Heinz-Peter Hoffmann. 80 Prozent der Menschen aus dem Bereich Film und Fernsehen sei Tatort Eifel mittlerweile bekannt. Für Autoren und Sender sei das Festival gleichermaßen interessant, um Kontakte zu knüpfen.

Für Hoffmann und seine Kollegin Verena Bernardy, die für die Pressearbeit zuständig ist, bedeuten die nächsten Wochen viel Arbeit, neben ihrem normalen Job bei der Verwaltung. "Nach der Abschlussgala fallen wir erst einmal in ein schwarzes Loch", sagen Hoffmann und Bernardy übereinstimmend. Los geht es dann erst wieder im nächsten Frühjahr mit den Vorbereitungen für 2019 und der Ausschreibung von Wettbewerben wie Kurzkrimi oder Junior-Award. Unterstützung bekommen Hoffmann und Bernardy während des Festivals von Praktikanten aus den Bereichen Medien, Film oder Marketing, die beim Festival ganze Veranstaltungen betreuen.

Und natürlich den Fachleuten, die auch in der Jury sitzen, die als Preisträger Matthias Brandt und Heino Ferch gewählt haben. Und beide haben natürlich ihr Kommen zugesagt.Extra: DIE HÖHEPUNKTE VON TATORT EIFEL 2017

Götz George (gestorben 2016) wurde 2005 mit dem Roland für seine Rolle als Horst Schimanski im Tatort geehrt. Dass er in die Eifel kam, sorgte für Aufsehen. Foto: ARRAY(0xc4e2d1b8)


Eröffnungsrevue am Freitag, 15. September, 20 Uhr, mit Gudrun Landgrebe, Forum Daun. Sonntag, 17. September, 20 Uhr: "Tod in Weimar", mit Dominique Horwitz, Kinopalast Daun. Montag, 18. September, 20 Uhr: Eine Schimanski-Hommage, Kinopalast Daun. Mittwoch, 20. September, 20 Uhr, Filmpremiere Schwarz-Tatort, Kinopalast. Samstag, 23. September, 20 Uhr: Abendgala, Forum. Das Fachprogramm steht in diesem Jahr unter dem Motto "Weltweiter Serienboom". Dazu gehören Podiumsdiskussionen, Einblicke in den kriminalistischen Alltag und Entwicklungen neuer Stoffe zum Beispiel für "Alarm für Cobra 11". Mehr Infos: www.tatort-eifel.de

Mehr von Volksfreund