Vater der Jugendfeuerwehren geht in Rente

Vater der Jugendfeuerwehren geht in Rente

Ferdinand Diederichs ist seit 1981 Jugendfeuerwehrwart des Landkreises Vulkaneifel. Am Sonntag wird er auf dem Kreisjugendfeuerwehrtag in Dreis verabschiedet. Aus Altersgründen darf der 62-Jährige diese Aufgabe nicht länger wahrnehmen.

Gerolstein. Aktuell 510 Jugendliche, darunter mehr als 140 junge Frauen, sind Mitglied der 41 Jugendfeuerwehren im Landkreis Vulkaneifel. Eine Bilanz, auf die Kreisjugendfeuerwehrwart Ferdinand Diederichs (TV-Foto: Alexander Schumitz), der von seinen Kameraden Ferdi genannt wird, stolz ist. "Als ich 1981 zum Kreisjugendfeuerwehrwart des Landkreises Vulkaneifel gewählt wurde, gab es nur die Jugendfeuerwehr Kalenborn", erzählt der frühere Berufssoldat im TV-Gespräch. Und die hatte er 1979 noch selbst mit ins Leben gerufen. Während seiner 30-jährigen Dienstzeit als Kreisjugendfeuerwehrwart sind mehr als 2900 Jugendliche im Kreis den Jugendfeuerwehren beigetreten. "Der Nachwuchs aus den Jugendfeuerwehren ist eine wichtige Stütze für die freiwilligen Feuerwehren im Landkreis", sagt Diederichs.
Engagiert in Land und Bund

Von Anfang an sei ihm wichtig gewesen, dass im Vordergrund der Jugendarbeit Spiel, Sport und Spaß standen. "Wie eine Löschwasserleitung hergestellt wird, haben die Jugendlichen in sechs Monaten drauf", sagt Diederichs. Aber: "Jugendfeuerwehr ist mehr als spritzen und löschen." Dazu gehöre etwa, im Team zu arbeiten. Er wollte Jugendliche an Aufgaben heranführen, die sie auch bewältigen können. Dazu gehört aus seiner Sicht, dass Jugendliche sich in den Dörfern beispielsweise bei der Organisation von Festen einbringen.
Rückblickend ist der Ehemann und Vater von zwei Söhnen mit dem, was er erreicht hat, zufrieden. "Viele, die sich heute in den Gemeinden und Gremien engagieren, haben ihr Handwerkszeug bei der Jugendfeuerwehr gelernt." Als jüngstes Mitglied im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbands vor 30 Jahren sei er als Kreisjugendfeuerwehrwart ausgesucht worden. Geleitet habe ihn der Wunsch, Jugendliche in die örtliche Gemeinschaft zu integrieren.
Die Liste von Diederichs Projekten ist lang: Er ist Mitgründer des Kreisfeuerwehrverbands und der Jugendfeuerwehr im Landkreis Vulkaneifel, der Brandschutzerziehung an den Grundschulen, des Wanderpokals der Kreisjugendfeuerwehren sowie von Völkerballturnieren und Zeltlagern der Jugendwehren. Diederichs hat sich über die Jugendfeuerwehr hinaus für die Jugendarbeit engagiert.
Er gründete 1984 den Verein AG Jugend mit, der Träger des Hauses der Jugend in Gerolstein ist. "Die Gründung erforderte viel diplomatisches Geschick", erinnert Diederichs sich an die stundenlangen Debatten bei sich zu Hause. Junge Union und kirchliche Gruppen hätten seinerzeit zunächst nicht zusammengefunden.
Neben der Arbeit für die Jugendwehren des Kreises hat Diederichs im Feuerwehrverband sowie im Jugendfeuerwehrverband des Landes aktiv mitgewirkt. Verschiedentlich hat er Workshops auf den Deutschen Jugend-Feuerwehrtagen geleitet. "Ich war viele Wochenenden unterwegs, hatte aber immer die volle Unterstützung meiner Frau", sagt der begeisterte Wanderer.
Von seinem Nachfolger Harald Schmitz wünscht er sich, dass er sich weiter dafür einsetzt, dass im Kreis flächendeckend Jugendwehren angeboten werden.