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Creditreform-Umfrage: Trübe Aussichten für die Konjunktur

Creditreform-Umfrage: Trübe Aussichten für die Konjunktur

Die Wirtschaftsaussichten in der regionalen Wirtschaft sind trotz einer aktuell recht guten Lage trübe. Das passt zum Bild der aktuellen Entwicklung in ganz Deutschland. Lediglich im Maschinenbau werden auch in den kommenden Monaten noch Umsatzsteigerungen erwartet.

Trier. Ob Stahlbranche, Autoindustrie oder Gastgewerbe: Deutschlandweit sind die Kunjunkturaussichten analog zum Wetter recht trübe. Nach einem guten Sommergeschäft rechnet zum Beispiel die Hotellerie mit einer schwächeren Wintersaison. Erst im kommenden Jahr soll die Wirtschaft im Land wieder an Fahrt gewinnen.
Von Aufschwung keine Spur


Aktuell spricht die Mehrheit (54 Prozent) der rund 800 Mitgliedsbetriebe der Auskunftei Creditreform in der Region Trier von einer guten bis sehr guten Geschäftslage ihres Unternehmens. Allerdings schätzen sie die allgemeine Lage ihrer eigenen Branche als weniger gut ein: 59 Prozent der Unternehmen bewerten die Geschäftslage als lediglich befriedigend bis ausreichend.
"Die aktuelle Lage im Mittelstand ist zwar nach wie vor stabil. Allerdings trübt sich das Klima zunehmend ein", sagt Guido Joswig von Creditreform Trier. Dabei sei vor allem die Auftragslage der regionalen Betriebe eingebrochen. Die Mehrheit beurteilt sie nur als befriedigend bis ausreichend. Im vergangenen Jahr sah dies noch anders aus: Damals waren diejenigen Unternehmen mit guter bis sehr guter Auftragslage in der Überzahl.
Zahl der Pessimisten nimmt zu


Im Vergleich zum Vorjahr, wo vielfach regional noch viele von erkennbarem Aufschwung gesprochen haben, wird dies jetzt viel pessimistischer gesehen. 61 Prozent der Befragten bemerken keine Anzeichen von Aufschwung, der Anteil der Optimisten liegt nur bei 22 Prozent.
Bestätigt werden die Pessimisten durch die gesunkenen Umsatzzahlen. Gingen 2011 noch mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen aus der Region von höheren Umsatzzahlen aus, so rechnet in diesem Jahr nur noch ein Drittel der Firmeninhaber mit steigenden Umsätzen. Und immerhin 16 Prozent der Betriebe rechnen gar mit Einbrüchen.
Die Aussichten für 2012 in Bezug auf die Umsatzentwicklung sind noch verhaltener: Nur 30 Prozent der Betriebe rechnet noch mit Zuwächsen, die Mehrheit glaubt an eine stabile Umsatzentwicklung.
Regionale Aspekte zählen mit


Auch wenn die wirtschaftlichen und finanzpolitischen Turbulenzen rund um den Euro anhalten und dies auch Auswirkungen auf die Konjunktur haben wird, so rechnet Creditreform Trier dennoch mit weniger dramatischen Auswirkungen für die Region Trier.
"Auch regionale Aspekte spielen für die Wirtschaftsentwicklung eine Rolle", sagt Guido Joswig. Gerade der Bausektor in Luxemburg und die dazugehörenden Gewerke böten für die Betriebe und Beschäftigten in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück immer wieder zusätzliche Umsatz- und Auftragschancen. "So drastisch wie im Bundesgebiet wird die Entwicklung in der Region nicht ausfallen", ist Joswig sicher.