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Wenn das Smartphone zum Reiseführer wird

Wenn das Smartphone zum Reiseführer wird

Smartphones stecken heutzutage in fast jeder Jackentasche. Warum also das Gerät nicht auch als Reise- und Gästeführer für die Region Trier und das Umland nutzen? Dachten sich auch Ute Schneider-Ludwig und Markus Ludwig und entwickelten die Tourismus-App Touround.

Trier. Auf Reisen und bei Ausflügen kann nichts hinderlicher sein als zahllose Fahrpläne, Tickets, Faltblätter zu Sehenswürdigkeiten und dicke Reiseführer. Ein "Werkzeug für alle Bedürfnisse eines Reisenden und Gastes" wäre für den Verbraucher nützlich. Das dachten sich auch Ute Schneider-Ludwig und Markus Ludwig aus Trier und entwickelten mit ihrer Multimedia-Agentur "Audiobits - digitale Klangwelten" eine regionale Tourismus-App fürs Smartphone.
Nische im Tourismus


Mit Touround, so der Name der Handyfunktion, "wollen wir in eine touristische Nische vorstoßen, quasi die eierlegende Wollmilchsau für Touristen und Gäste in der Region erfinden", sagt Ute Schneider-Ludwig.
Die Idee ist simpel: Touround bietet einen Audio-Guide auf bislang acht Routen durch die Großregion, etwa durch die Stadt Trier, den Vulkanpark Osteifel oder die Stadt Luxemburg. Anschaulich kann der Freizeittourist alle Infos anhören und die Sehenswürdigkeiten erkunden. Doch nicht nur das: Wer etwa entlang der Mosel radeln will, kann sich die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) auf der Moselroute der Linie 333 anschauen und seine Strecke planen - sowohl anhand der Fahrzeiten als auch von Zwischenstopps. "Wir bieten Ausstiegsempfehlungen an und liefern so einen Rundumservice für Reisende", sagt Markus Ludwig.
Tausendfach heruntergeladen


Seit Sommer 2013 im Test haben sich bereits mehrere Tausend Nutzer die Touround-App kostenlos runtergeladen. Ein Angebot, das nicht nur bei Gästen von auswärts und Einheimischen ankommt.
Die App wurde nun auch deutschlandweit ausgezeichnet - als ein Preisträger von 100 im bundesweiten Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" (siehe Extra). Dabei wird die Agentur Audiobits für ihre Idee geehrt, mit innovativen Mitteln Ideen und Lösungen für den ländlichen Raum entwickelt zu haben. Preisvergabe ist im Frühjahr 2015 durch den Bundespräsidenten. Doch mit der reinen Entwicklung von Touround soll noch lange nicht Schluss sein. Monatlich soll mindestens eine neue Reiseroute in der Eifel, an der Mosel oder im Hunsrück hinzukommen. Hotels, Freizeitattraktionen, Tourismusbüros und Museen sollen zusätzlich akquiriert werden.
Neuheit in Deutschland


"Viele Tourismusanbieter haben nicht die Möglichkeit zu digitaler Werbung. Touround bietet ihnen einen charmanten Umweg auf einer innovativen Plattform", sagt Ute Schneider-Ludwig. Und für die Nutzer sollen die Tourismusangebote für die Hosentasche erweitert werden. Etwa Spielefunktionen wie eine Schnitzeljagd für Kinder, eine Krimi-Tour per Smartphone, Speisekarten regionaler Restaurants, Konzerte oder Feste hat sie im Visier. "Nun beginnt für uns die Bewerbung von Touround." Die bundesweite Auszeichnung bedeutet für das innovative Entwicklerpaar eine Bestätigung ihrer Arbeit. "Das zeigt, wir sind auf dem richtigen Weg", sagt die 46-jährige Agenturleiterin. Denn eine solche App gebe es so in ganz Deutschland noch nicht. Dass die Multimediaagentur Audiobits pfiffige Ideen hat und diese mit innovativen Mitteln aufbereitet, zeigt sich seit 2008. Damals im Technologiezentrum Trier (TZT) gegründet, lieferte sie noch ausschließlich Audiodienste wie Radiospots für Unternehmen, Telefonansagen, Hörbücher sowie Podcasts fürs Internet. "Wir haben in Audiodiensten immer Potenzial gesehen und es gewagt, mal etwas anderes zu machen", sagt Markus Ludwig. Lange hat der 45-Jährige als Hörfunk-Redakteur gearbeitet, kennt das Metier und die Herausforderungen.
Später kamen dann Audioguides für Trier und den Frankfurter Stadtteil Höchst hinzu. Inzwischen arbeitet Audiobits mehrgleisig. Neben Spots und der Weiterentwicklung von Touround arbeitet die Agentur an einem digitalen Museumsführer für die Schatzkammer der Stadtbibliothek Trier. Außerdem gibt es ein digitales Medienprojekt für Kinder und Jugendliche. Thema: eine App zum Ersten Weltkrieg. "Viele Kinder und Jugendliche nutzen Smartphones und Tablets", sagt Ute Schneider-Ludwig, die über viele Jahre Erfahrung in der Medienpädagogik verfügt. "Hier können wir sie bei neuen Medien abholen und gleichzeitig wertvollen Inhalt transportieren."

Extra

"Deutschland - Land der Ideen" ist eine gemeinsame Standortinitiative von Politik und Wirtschaft. Sie wurde 2005 von der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit dem Ziel gegründet, Deutschland und seine kreativen Projekte sichtbar zu machen. Seither werden mit unterschiedlichen Partnern Projekte initiiert, in diesem Jahr mit der Deutschen Bank. "Deutschland - Land der Ideen" und die Deutsche Bank suchten diesmal 100 Innovationen, die die Zukunftsperspektiven ländlicher Regionen stärken. Motto: Innovationen querfeldein - Ländliche Räume neu gedacht. Gefragt waren gute Ideen und Projekte aus allen Regionen Deutschlands, die eine Plattform verdienen, auf der sie wahrgenommen werden. Denn diese Ideen sollen nationalen und internationalen Vorbildcharakter haben und als Inspiration für andere dienen. sas