Zugverkehr ausgebremst

Die Lokführer sind erneut in Streik getreten - mit massiven Folgen für den Bahnverkehr in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Bis heute morgen um 4 Uhr sollten die Züge stehen. Auswirkungen des Streiks dürften für Pendler und Reisende aber noch länger zu spüren sein.

Trier/Mainz. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL ist am Mittwoch erneut in den Streik getreten und hat den Bahnverkehr auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland ausgebremst. Schon ab dem Vormittag - also vor dem eigentlichen Streikbeginn - gab es zahlreiche Zugausfälle. Offiziell startete der Ausstand um 14 Uhr, dauern sollte er bis 4 Uhr am Donnerstagmorgen. In der Zeit blieben flächendeckend die Züge stehen - im Fern- und Nahverkehr. So fielen etwa die einzigen Fernverbindungen von und nach Trier bereits gestern morgen aus. Die Intercity von Norddeich Mole (Niedersachsen) über Koblenz und Trier nach Luxemburg fuhren erst gar nicht los. Auch Nahverkehrszüge nach Luxemburg sollten gestern bestreikt werden. Der Trierer Streikleiter der GDL, Frank Lerch, sprach am Nachmittag davon, dass gut die Hälfte der Züge von und nach Trier ausfiele. Pro Stunde fahren jeweils zwei Züge nach Koblenz und nach Saabrücken und zurück. Die stündliche Verbindung nach Köln über die Eifel war zunächst nicht von dem Streik betroffen.
Auch auf den Anzeigetafeln im Mainzer Hauptbahnhof hieß es am Nachmittag bei rund der Hälfte der Verbindungen "Dieser Zug fällt heute aus". Ähnlich sah es laut der Bahn-Webseite auch in Koblenz und Ludwigshafen aus. In Saarbrücken waren wenige Ausfälle aufgelistet.
An den Infoschaltern im Trierer Bahnhof bildeten sich Schlangen. Die Bahnbeschäftigte dort versuchte so gut wie möglich, die Fragen zu beantworten. Ob der gefragte Zug jedoch letztlich fahre oder nicht, entscheide sich erst kurzfristig, sagte sie immer wieder.
Vor dem Bahnhof hatten sich am Nachmittag acht Streikende der GDL versammelt. Unter ihnen seien nicht nur Lokführer sondern auch Zugbegleiter und anderes Bahnpersonal, sagt Streikleiter Lerch.
Zahlreiche Berufspendler waren auf das Auto umgestiegen — vor allem im Rhein-Main-Gebiet. Größere Verkehrsbehinderungen gab es dadurch aber zunächst nicht, wie das Polizeipräsidium Mainz mitteilte.
Auch nach dem Ende des Streiks dürfte es noch Zugausfälle und Verspätungen geben. "Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen", sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig an den Arbeitsplatz zu kommen.
Die GDL verlangt im laufenden Tarifkonflikt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will zudem auch für das übrige Zugpersonal verhandeln. Die Bahn müsse endlich die Belastung der Lokführer anerkennen und entsprechend reagieren, sagt Lerch. Oft beginne deren Arbeitstag mitten in der Nacht und ende erst nach zehn Stunden. Wegen Personalmangels kämen einige seiner Kollegen schon Mal auf 60 Stunden pro Woche. Tariflich vereinbart sind 39 Stunden. "Es reicht jetzt", sagt Lerch und droht mit weiteren Streiks. wie/dpa