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Ausdrucksstarkes Geburtstagskonzert

Die Camerata Cusana unter der Leitung von Wolfgang Lichter ist seit ihrer Gründung 1999 beim Mosel-Musikfestival mit Konzerten dabei. Diesmal sind sie in der Wallfahrtskirche Klausen zu Gast. TV-Foto: Christina Bents
Die Camerata Cusana unter der Leitung von Wolfgang Lichter ist seit ihrer Gründung 1999 beim Mosel-Musikfestival mit Konzerten dabei. Diesmal sind sie in der Wallfahrtskirche Klausen zu Gast. TV-Foto: Christina Bents
Klausen. Geburtstag im Hause Bach, so war das Konzert des Mosel Musikfestivals überschrieben, das in der Wallfahrtskirche aufgeführt wurde. Eingerahmt in die Stücke seines Vaters waren die Sinfonie in h-Moll und das Orgelkonzert in Es-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach. 120 Zuhörer waren zur Veranstaltung gekommen.

Klausen. Emotionale Wechsel und persönlicher Ausdruck, das zeichnet die Hamburger Symphonien aus, die Philipp Emanuel Bach geschrieben hat. In Klausen konnte man zwei seiner ausdrucksstarken Stücke hören. Anlass war sein 300. Geburtstag.
120 Besucher waren aus den Kreisen Daun, Wittlich, Trier und auch aus dem Saarland in die Wallfahrtskirche gekommen, um die Camerata Cusana und Josef Still an der Rieger-Orgel mit Vater und Sohn Bach zu hören. Schnelle energische Passagen wechselten sich in der h-moll Symphonie mit zarten Teilen abrupt ab, so dass ein Kontrast entsteht, der für die Zeit in der sie komponiert worden ist (ab 1768), sehr kühn war.
Das Ensemble Camerata Cusana arbeitete diese Wechsel heraus, und harmonierte sehr gut mit dem Trierer Domorganist Josef Still an der Rieger-Orgel, trotz der schwierigen akustischen Verhältnisse in dem gotischen Bau, der einen großen Nachhall hat. Beim Orgelkonzert in Es-Dur von Philipp Emanuel Bach spielte der Domorganist eine nicht komponierte Kadenz, die das Stück hervorragend ergänzte.
Die Besucher honorierten die Leistung der Musiker mit lang anhaltendem Applaus. Familie Moser, die seit zehn Jahren immer wieder beim Festival zu Gast ist, sagt: "Es war eine gute Leistung des Laienorchesters, gerade weil die Orgel auch sehr weit weg ist von den Musikern." Magdalena Weber aus Föhren hat das Konzert sehr gut gefallen. Sie berichtet: "Josef Still hat sehr virtuos gespielt. Das Konzert hat mich sehr berührt."
Der Intendant des Mosel-Musikfestivals Hermann Lewen erklärt: "Dieses Konzert spiegelt die Philosophie des Festivals wider, nicht nur exzellente Musiker von außen dabei zu haben, sondern auch regionale gute Ensembles an kulturhistorischen Orten."
Vor 20 Jahren gab es schon einmal einige Konzerte in der Wallfahrtskirche Klausen, damals sang unter anderem der Dresdener Kreuzchor in der Kirche.
chb