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Deutsch-Amerikanische Freundschaft
Ein Paket fürs Einleben

Parkscheiben gibt es in den USA nicht. Deshalb bekommen die Amerikaner, die in der Region leben, welche von ihren Gemeinden geschenkt. Foto: Friedemann Vetter
Parkscheiben gibt es in den USA nicht. Deshalb bekommen die Amerikaner, die in der Region leben, welche von ihren Gemeinden geschenkt. Foto: Friedemann Vetter FOTO: vetter friedemann
Binsfeld/Spangdahlem. Gemeinden rund um die Air Base Spangdahlem starten mit einem neuen Projekt. Sie bringen Amerikanern, die dort leben, Willkommenstaschen an die Haustür. Darin enthalten: Jede Menge Flugblätter und eine Parkscheibe. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Wer in die USA reist, braucht keine Parkscheibe mitzunehmen. Denn die blauen Tafeln sind in den Vereinigten Staaten nicht bekannt. Dort markieren Polizisten Autos mit Kreide. Wenn die Wagen nach einer Zeit immer noch am selben Platz stehen, ist ein Strafzettel fällig.

Einige Amerikaner, die in Binsfeld leben, werden bald zum ersten Mal eine Parkscheibe in Händen halten. Sie ist Teil eines Willkommenspaketes, das sie von der Kommune in der Verbandsgemeinde Wittlicher Land bekommen. Die Idee ist nicht neu. Aber die Binsfelder sind zum ersten Mal bei der Landesinitiative „Willkommen in Rheinland-Pfalz! Unsere Nachbarn aus Amerika“ dabei. Seit 2016 statten derzeit 13 Ortsgemeinden an den Stützpunkten Spangdahlem, Ramstein und Baumholder US-amerikanischen Einwohner mit Willkommenstaschen aus.

Darin enthalten sind Flugblätter mit Veranstaltungshinweisen und Einkaufstipps in der Region. Eine Übersichtskarte soll den Neubürgern außerdem helfen, sich im Dorf zu orientieren. Aber nicht nur Papier wird die Pakete füllen. Die Verantwortlichen legen den Taschen außerdem Parkscheiben, Chips für Einkaufswagen, Trinkbecher und noch so manches anderes bei.

Und wofür das alles? Das ist schnell erklärt: Die Taschen sollen  gelebte Willkommenskultur darstellen, sagt John Constance, Sprecher der Initiative des rheinland-pfälzischen Innenministeriums. Außerdem könnten die Amerikaner die örtlichen Angebote natürlich durch die Informationen besser kennenlernen.

Laut einer Umfrage der Landesinitiative würden nämlich über 70 Prozent der befragten Stationierten gerne in deutschen Supermärkten einkaufen, bei deutschen Vereinen mitmachen und deutsche Veranstaltungen besuchen. Nur bekämen sie häufig nichts von den Möglichkeiten  mit. Und das hemme, so Constance, die Integration der Militärangehörigen in der Region. Dem soll mit den Paketen entgegengewirkt werden. Außer Binsfeld beteiligen sich auch Spangdahlem, Herforst und Auw an der Kyll an der Aktion.