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Interview mit Landrat Gregor Eibes
„Ich hoffe auf die Bestätigung meiner Arbeit“

Landrat Gregor Eibes.
Landrat Gregor Eibes. FOTO: Helmut Thewalt
Bernkastel/Wittlich. Der Amtsinhaber ist der einzige Kandidat der Landratswahl am 25. November.  „Das ist Fluch und Segen“, sagt er im TV-Interview. Von Christian Moeris und Petra Willems

Wird der Alte auch der Neue sein? Amtsinhaber Gregor Eibes tritt bei der Landratswahl am Sonntag, 25. November, erneut an und bewirbt sich für eine  weitere Amtsperiode als Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich. Doch eine echte Wahl in dem Sinne, dass sich die Wähler zwischen zwei oder mehr Kandidaten entscheiden können,  ist die anstehende nicht. Denn Eibes hat keinen Gegenkandidaten. Von daher müssen die Wähler an der Urne nur ankreuzen, ob sie eine weitere Amtszeit von Eibes bejahen oder Nein dazu sagen. Skeptiker befürchten deshalb eine geringe Wahlbeteiligung.

Doch  Landrat Eibes’ Laune kann das nicht trüben. Mit Elan und Zuversicht geht der 58-Jährige wieder ins Rennen gegen sich selbst. Im TV-Interview mit den Redakteuren Petra Willems und Christian Moeris erzählt der Hunsrücker und ehemalige Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach, warum er sich erneut für acht Jahre als Landrat  engagieren möchte und wie er seine Arbeit der vergangenen acht Jahre bewertet.

Sehr geehrter Herr Eibes, wie ist der Landkreis nach acht Jahren Landrat Gregor Eibes aufgestellt?

Gregor Eibes: „Ich sehe den Landkreis gut aufgestellt. Mit einer Arbeitslosigkeit von nur 2,8 Prozent haben wir beinahe Vollbeschäftigung dank einer großen Bandbreite an erfolgreichen mittelständischen Unternehmen. Dazu boomt der Tourismus an der Mosel. Außerdem ist der Hochmoselübergang fast fertig und auch beim Breitbandausbau und dem Mobilfunkempfang sind wir dabei, die letzten schwarzen Flecken auf der Karte zu schließen.“

Der Landkreis als Schule: Welche Note würden Sie dem Landkreis und Ihnen für die zurückliegende Amtsperiode geben?

Eibes: „Dem Landkreis die Note 2. Die Bewertung meiner Arbeit obliegt den Wählerinnen und Wählern an der Wahlurne. Ich hoffe da auf eine Bestätigung meiner Arbeit.“

Wofür würden Sie sich Lob aussprechen, wofür Tadel?

Eibes: „Dank der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit in der kommunalen Familie des Landkreises von den Ortsgemeinden, über die Verbandsgemeinden, die Einheitsgemeinde Morbach und die Stadt Wittlich bis hin zur Kreisverwaltung haben wir so wichtige Projekte wie den Windpark Ranzenkopf und den Breitbandausbau vorangetrieben. Froh bin ich auch über das konstruktive und faire Miteinander der Mandatsträger in den Kreisgremien. Mir ist der respektvolle Umgang aller Fraktionen miteinander dabei sehr wichtig. Als persönliche Stärken sehe ich meine Bodenständigkeit, Authentizität und Bürgernähe. Zu meinen Schwächen würde ich meine Ungeduld hinsichtlich des Zeitumfangs von Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen zählen. Manchmal möchte ich mit dem Kopf durch die Wand.“

Gab es einen Punkt, an dem Sie am liebsten alles an den Nagel gehangen hätten?

Eibes: „Es gab zwar schwierige Momente, aber ans Aufhören habe ich nie gedacht. Dafür macht mir die Arbeit viel zu viel Spaß.“

Wie bekommt man als Landrat die drei  Regionen Mosel, Eifel, Hunsrück mit unterschiedlichen Charakteristika  unter einen Hut?

Eibes: „In den mittlerweile fast 50 Jahren seit dem Entstehen des Landkreises sind die Bürger zu einer Einheit zusammengewachsen – auch dank der erfolgreichen Infrastrukturpolitik in den vergangenen Jahrzehnten. Die Eifelaner, Hunsrücker und Moselaner verstehen sich als Bernkastel-Wittlicher. Man muss die Verschiedenheit als Möglichkeit und Chance begreifen. Die Mosel profitiert in besonderem Maße von ihrem Dreiklang aus Wein, Kultur und Tourismus. Im Hunsrück und in der Eifel sind dagegen die Forst- und Landwirtschaft sowie das Handwerk und das Gewerbe stark.“

Welche Beweggründe hatten Sie, wieder zu kandidieren?

Eibes: „Die Arbeit als Landrat bereitet mir wegen ihrer Vielseitigkeit und der immer wieder neuen Herausforderungen große Freude. Was mich an dem Job auch besonders fasziniert ist die Begegnung mit vielen Menschen.“

Ein Kandidat, eine Wahl: Ist es Fluch oder Segen, alleine anzutreten?

Eibes: „Fluch und Segen zugleich, weil einerseits einziger Kandidat zu sein den Wahlkampf erleichtert, andererseits dabei erfahrungsgemäß das Interesse an der Wahl und die Wahlbeteiligung geringer sind.“

Gibt es einen Plan B, falls Sie abgewählt werden?

Eibes: „Nein, den gibt es nicht, weil ich optimistisch an die Wahl herangehe. Ohne überheblich zu sein, baue und vertraue ich auf das positive Wahlvotum der Mehrheit der Bernkastel-Wittlicher.“

Ist Gregor Eibes ein Kandidat für die CDU bei der Landtagswahl 2021?

Eibes: „Diese Frage hat sich mir bisher nicht gestellt. Ich würde jedoch nein sagen, weil ich mit dem Amt des Landrats zufrieden und glücklich bin.“

Ein umstrittenes Projekt: Wie beurteilen Sie den Hochmoselübergang als Verbindung zwischen Mosel und Hunsrück?

Eibes: „Er ist für die Region und auch für die Anbindung der Mosel an die Eifel und den Hunsrück sehr wichtig. Viele Touristen werden die Mosel künftig über den Hochmoselübergang ansteuern. Nach anfänglicher Skepsis hat nun ein Großteil der Bevölkerung den Nutzen dieses Infrastrukturprojektes für die Region erkannt. Das hat sich auch beim Brückenschlag vor wenigen Wochen eindrucksvoll gezeigt.“

Den zweiten Teil unseres Interviews mit den Zielen des Landratskandidaten Gregor Eibes lesen Sie am Mittwoch, 14. November.