Totentanz und Tigerkopf

Beim Zewener Karneval dreht sich alles um "Gestalten der Finsternis". Doch die Sitzung ist natürlich alles andere als ernst.

Trier Der Tag der Toten ist eines der bedeutendsten Volksfeste in Mexiko. Dort glaubt man, dass die Toten aus dem Jenseits zurückkehren, um gemeinsam mit den Lebenden zu feiern. Eine Symbolfigur spielt dabei eine besondere Rolle: "La Catrina", ein weibliches Skelett.
Die Zewener Baknaufen greifen dieses Thema für ihre Karnevalssitzung auf. Für manchen traditionsbewussten Narren sind die vielen gekonnt geschminkten Totenkopf-Gesichter an Fastnacht sicher ein ungewohnter Anblick. Und auch auf einen neuen Moderator muss sich das Publikum einstellen: Ein sichtlich gerührter Herbert Schwenk tritt zu Beginn der Sitzung seinen Job an Toni Flesch ab. Corinna Hanke und er - beide sind erst Ende 20 - führen locker und humorvoll durchs Programm, das nur zwei Büttenreden enthält.
Gaststar Herminchen plaudert aus ihrem Eheleben, während Gerhard Schuh in Zewener Platt als "Buddicks Jung" die Eurener durch den Kakao zieht. Lisa Scherf, die für ihren Tanz als zweite Hälfte eines Synchronmariechens (Trainer: Sebastian und Denise Gouin) lange geprobt hat, zeigt sich tapfer und nervenstark: Als sich kurz vor dem Auftritt herausstellt, dass Nele Noll krankheitsbedingt ausfällt, tanzt sie die Choreographie alleine auf der großen Bühne. Das bringt ihr viel Sympathie und Anerkennung des Publikums.
Ein Glanzlicht des schrägen Humors sind die "Muppets", die sich den berühmten Sketch "Dinner for one" vorgenommen haben. Miss Sophie (Guido Borgmann) lässt sich von Butler James (Andreas Grundhöfer) bedienen. Mit am Tisch sitzen die verstorbenen Stars George Michael, Elvis, Falco und Michael Jackson, die sich hin und wieder unter reger Publikumsbeteiligung mit ihren Hits in Erinnerung bringen. Selbst der ausgestopfte Tiger, über dessen Kopf der Butler im Original-Sketch stolpert, ist nicht so tot, wie er sein sollte. Das fantasievolle Bühnenbild und die nicht originalgetreue textliche Wiedergabe ("Ein Stubbi zum Fisch") versetzen die Anwesenden in Begeisterung.
Viel Anerkennung erntet auch das von Stefanie Zimmer und Michelle Bartz trainierte Männerballett. Als akrobatische Footballspieler und Cheerleader sind sie ein Hingucker und werden nicht ohne Zugabe von der Bühne entlassen. Dass Gänsehaut nicht immer ein Ausdruck des Gruselns ist, zeigen die in Zewen stets gern gesehenen Gäste der Gruppe "Partyalarm". Ihre ausdrucksvoll getanzte Geschichte von einem, der auszog, Karriere zu machen, berührt und begeistert zugleich.
Weitere Termine:
Weiberfastnacht ab 18 Uhr: Männerballettfestival (moderiert von "Tupper-Tunte" MeMe Olive), zweite Sitzung am 25. Februar um 19.11 Uhr, Karnevalsumzug am 26. Februar um 14.11 Uhr.
Weitere Beteiligte:
Baknaufenpower (Trainerinnen: Danielle Kuhn, Nicole Frerichs), Erdbeeren (Trainerinnen: Laura Fellmann, Lara und Lisa Hill, Vanessa Hoffmann, Katrin Roa), Crazy Ladys (Trainerin: Corinna Hanke), Garde (Trainerinnen: Sandra Scharff, Nicole Jahn), Kindergarde (Trainerin: Nadine Iwan), Tanzmariechen (Trainer: Sebastian und Denise Gouin), Kloreiche 7, Lollypops.
Mehr zum Karneval in Trier und der Region finden Sie im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/fastnacht" text="www.volksfreund.de/fastnacht" class="more"%>
BESTER SPRUCH DES ABENDS


Extra

 The same Procedure as every Year? Butler James (rechts) gibt alles. TV-Fotos (2): Karin Pütz
The same Procedure as every Year? Butler James (rechts) gibt alles. TV-Fotos (2): Karin Pütz Foto: Karin Pütz (kap) ("TV-Upload P?tz"

Herminchen: Warum darf eigentlich jeder zu einem Geistlichen "Vater" sagen - nur seine eigenen Kinder nicht!?