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Weiberdonnerstag 2018: Jetzt regieren die Narren in Trier

Karneval : Weiberdonnerstag in Trier: Jetzt regiert der närrische Frohsinn

Bei fast null Grad legen die Trierer Majestäten einen heißen Start in den Straßenkarneval hin. Laut Polizei gab es zwei Vorfälle.

Schluss mit lustig: Die Narren haben die Macht über die Stadt Trier an sich gerissen. Schauplatz des Treibens war traditionell der Hauptmarkt, wo ihre Tollitäten Prinz Peter I. und Prinzessin Anja I. pünktlich um 11.11 Uhr die Bühne erklommen und dem aus dem Rathaus mitgeschleppten Oberbürgermeister Wolfram Leibe den goldenen Stadtschlüssel entrangen. Begonnen hatte der Aufruhr schon kurz zuvor am Augustinerhof, als dort die närrischen Regenten unter dem Schutz der Stadtgarde Augusta Treverorum das Rathaus stürmten und den noch amtierenden Hausherrn überrumpelten.

Geschlagen stand Triers ehemaliges Stadtoberhaupt dann als schmückendes Beiwerk auf der Hauptmarktbühne. Stephan Feltes, Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK), begrüßte gut 1000 herbeigeeilte Närrinnen und Narhalesen, die ihrem neuen Regentenpaar zujubelten. Schüsse aus der Konfettikanone unterstrichen dabei den Ernst der Lage. Wie gerne hätte ATK-Präsident Andreas Peters den Part selbst übernommen, doch den hatte zur Unzeit eine Erkrankung außer Gefecht gesetzt.

Prinz Peter I. und Prinzessin Anja I. entreißen Oberbürgermeister Wolfram Leibe das Symbol der Macht. Ab jetzt herrschen in Trier zwei Waldracher. Foto: Friedemann Vetter

„Trier helau und Waldrach helau!“ – mit diesem ungewohnten Ruf startete das von der Ruwer „importierte“ Regentenpaar Peter I. und Anja I. die große Hauptmarktfete. Kräftige Unterstützung erhielten die beiden von einer großen Delegation des KV Waldrach und der Waldracher Kinderprinzessin Anna I. mit Hofdame Nele I.

Beste Aussicht auf die Untertanen: Das Prinzenpaar über dem Hauptmarkt (links). Die Stadtgarde Augusta Treverorum (rechts) schießt zur Feier Konfetti in die Luft. Foto: TV/Friedemann Vetter

Doch Jubel hin oder her – Ordnung muss sein. So verkündeten die neuen Regenten die ab sofort in Trier geltende närrische Verfassung, wobei einige Punkte im Stadtrat zu heftigen Diskussionen führen dürften. Etwa, dass die „Blaue Lagune“ ins Weltkulturerbe der Uno aufgenommen wird, alle Ampeln ständig auf Grün zu stellen sind, die Sitzungspräsidenten den Verkehr auf den Kreuzungen regeln, Aschermittwoch offizieller Trauertag wird und Preiserhöhungen beim Freibier untersagt sind.

Foto: Friedemann Vetter

Der große Härtetest stand den närrischen Regentenpaar jedoch noch bevor: Der Blumengruß an Petrus auf dem Brunnen mit der Bitte um gutes Wetter an den tollen tagen. Bekanntlich ist Petrus auf seinem Sockel dem Himmel  etwas näher, und die große Leiter der Berufsfeuerwehr lauerte schon mit bedrohlich laufendem Motor. „Maximal 600 Kilo gehen hier drauf, das müsste ja reichen“, wurde dem Paar versichert, als es mit tapferem Lächeln von der Bühne in den schwankenden Leiterkorb wechseln musste. Die folgende  Übergabe des Blumengebindes an den Stadtpatron war die eine Sache und wurde von Anja I. cool gemeistert. „Sie ordnet noch das Gebinde“, funkte Leiterführer Nico von der Berufsfeuerwehr nach unten. Zum Härtetest wurde der folgende Schwenk hoch über dem Volk. „Anja hat bereits Schnappatmung“, lautete die Meldung von oben, bis das Paar auf den Boden der närrischen Tatsachen zurückkehren durfte. Angeheizt von DJane Rent a Sunshine aka Sonja Storz hatte die Stimmung dort schon mit neuen Karnevalsliedern oder Klassikern wie „Kornblumenblau“ erhebliche Grade erreicht – der richtige Einstieg für „de Hofnarren“, gefolgt von Leiendecker-Bloas, Kamelle Kapelle, Fun 2.0 und Kölsche Jung. „Trier Helau!“ bis Aschermittwoch.

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