Krebs: Trierer Ärzte geben Tipps

Krebs: Trierer Ärzte geben Tipps

Heiße Drähte während der TV-Telefonaktion: Vier Ärzte und eine Ärztin des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier beantworteten zahlreiche Leserfragen am Telefon. Sogar aus dem slowenischen Ljubljana und Rostock suchten TV-Leser den Rat der gefragten Experten.

Hier einige Fragen, die Leser bei der Telefonaktion unseren Experten gestellt haben: Ich wurde an einem Non-Hodgkin-Lymphom operiert. Was muss ich tun und wie sind die Prognosen?Dr. Rolf Mahlberg: Durch die moderne Immun-Chemotherapie haben sich Prognose und Verlauf der bösartigen Erkrankung der Lymphknoten (Non-Hodgkin-Lymphome) deutlich positiv entwickelt. Regelmäßige Nachkontrolluntersuchungen sind notwendig.Gibt es Behandlungsmöglichkeiten bei einer akuten Myeloisch-Leukämie im Alter?Dr. Rolf Mahlberg: Es gibt neu zugelassene Medikamente, die auch bei Patienten, die nicht mehr einer intensiven Chemotherapie zuführbar sind, das Leben verlängern. Die Behandlung erfolgt meist ambulant.Ich wurde vor fünf Jahren an einem Prostatakarzinom operiert. Jetzt steigt der PSA-Wert an. Das macht mir Angst. Wie soll ich jetzt behandelt werden?Dr. Birgit Siekmeyer: Es hängt davon ab, wie schnell der PSA-Wert ansteigt. Ist der Anstieg langsam und gering, dann kann man zunächst mal abwarten. Steigt er schnell auf einen hohen Wert an, dann sollte man auf jeden Fall eine Diagnostik machen lassen. Denn ein schneller Anstieg spricht für aktive Tumorzellen. Sollte man in der Diagnostik keinen Tumor finden, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Tumorzellen im ehemaligen Operationsgebiet befinden. Dann besteht die Möglichkeit der Bestrahlung oder der antihormonellen Therapie. Welche Therapie angewandt wird, hängt vom Allgemeinzustand und dem Alter des Patienten ab.Ich habe Metastasen in den Knochen und furchtbare Schmerzen. Die Schmerztherapie hilft nicht.Dr. Birgit Siekmeyer: Wenn man den Schmerz genau auf eine Region lokalisieren kann, kann man mit einer Strahlentherapie eine deutliche Schmerzlinderung erreichen. Zudem wird durch die Strahlenbehandlung die Bruchgefahr des befallenen Knochens reduziert.Meine Tochter hatte Brustkrebs und trotz der erfolgreichen Bestrahlung hat sie immer noch Probleme, mit der Krankheit umzugehen. Sie macht sich furchtbare Sorgen und hat Ängste.Was kann ihr helfen? Dr. Bernhard Rendenbach: Neben Gesprächen mit den behandelnden Ärzten kann Ihre Tochter auch das Angebot der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz in Anspruch nehmen. Auch Angehörige werden dort beraten.Ich habe zwei verschiedene Tumore sowie eine Herzerkrankung und kann deshalb nicht mit einer Chemotherapie behandelt werden.Dr. Bernhard Rendenbach: Chemotherapie kann manchmal schädlicher sein als der "normale" Krankheitsverlauf. Sie haben die Möglichkeit eine Zweitmeinung einzuholen.Vor eineinhalb Jahren wurde bei mir ein großer Hauttumor am Kopf festgestellt. Ohrmuschel und Schläfe sind befallen. Ich ziehe mich vor einer Operation, weil ich Angst habe, danach entstellt zu sein.Dr. Peter Kress: Auf alle Fälle muss der Tumor wegoperiert werden. Es gibt gute Möglichkeiten, das fehlende Gewebe nach der Operation zu rekonstruieren. Zum Beispiel durch Gewebetransfer vom Unterarm.Ich habe seit sechs Monaten Halsschmerzen und eine Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) hat Schleimhautverdickungen ergeben, die mich beunruhigen. Was raten Sie mir?Dr. Kress: Es ist wichtig, dass in den nächsten drei Wochen eine Endoskopie gemacht wird, um einen Schleimhauttumor im Halsbereich auszuschließen.Nach einer Kehlkopfentfernung habe ich eine Stimmprothese erhalten, die verrutscht ist und die ich dann eingeatmet habe. Gibt es andere Prothesen, mit denen das nicht passiert?Dr. Peter Schäfer: Es gibt eine Vielzahl an Prothesen. Sicher kann man auch für Sie eine brauchbare finden, die das Problem behebt. Es gibt etwa Prothesen mit Spezialaufbau, auch größerem Rand, damit das Verrutschen verhindert wird.Ich hatte Schilddrüsenkrebs. Wie viele Schilddrüsenhormone muss ich nun einnehmen?Dr. Schäfer: Man muss die Blutwerte kontrollieren und den sogenannten TSH-Wert kontrollieren. Das ist ein spezielles Hormon, das verbliebene Krebszellen zum Wachstum anregen könnte. Daher sollte der Wert fast null sein. kat