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Tourismus: Trier dank Nero im Plus, Eifel, Mosel und Hunsrück verlieren

FOTO: Harald Tittel (g_kultur
Trier. Der Deutsche Tourismusverband rechnet mit einem Rekordjahr. Rheinland-Pfalz kann zur Euphorie aber nichts beitragen. Entgegen dem bundesweiten Trend haben im ersten Halbjahr vor allem in Eifel, Pfalz und Hunsrück weniger Urlauber übernachtet. Die Stadt Trier verzeichnet dagegen mehr Übernachtungen - Nero sei Dank. Rainer Neubert

Heute endet der meteorologische Sommer, der seinem Ruf keine Ehre gemacht hat. Negative Folgen für die Übernachtungszahlen in der Region Eifel, Mosel-Saar und Hunsrück hatte das schlechte Wetter im Mai und Juni. Besonders für die Mittelgebirge nennt das Statistische Landesamt im ersten Halbjahr 2016 schlechte Zahlen. Auf den Campingplätzen hat es landesweit einen deutlichen Rückgang von Gästen und Übernachtungen gegeben. Vor allem weniger Niederländer und Belgier sind in die Region gekommen.

"Es gibt dennoch keine Alarmstimmung unter den Betrieben", sagt Uschi Regh von der Eifel Tourismus GmbH. "Der Herbst ist gut vorgebucht." Auch Hunsrück-Touristik-Chef Jörn Winkhaus spricht von guter Stimmung unter den Gastgebern.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat zum Ende der Sommerferienzeit bundesweit einen erheblichen Anstieg der Übernachtungszahlen ausländischer Gäste bilanziert, wobei Bayern mit 17,5 Millionen Übernachtungen die meisten ausländischen Gäste beherbergt hat. Größter Verlierer ist Rheinland-Pfalz. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben von Januar bis Juni 805?000 (-3,1) ausländische Gäste insgesamt 2,16 Millionen Übernachtungen (-3,0) gebucht.
"Spontane Kurzreisen aus den Niederlanden und Belgien sind typisch für unsere Region", erläutert Christiane Heinen von der Mosellandtouristik. "Bei schlechtem Wetter bleiben viele dieser Gäste weg." Oder sie entscheiden sich für eine Städtereise, wie der Blick auf Trier zeigt: Nach Angaben von Hans-Albert Becker, Prokurist der Trier-Tourismus und Marketing GmbH (TTM), ist die Zahl der Übernachtungen in der Stadt um 2,5 Prozent gestiegen. Eine Erklärung dafür hat TTM-Referentin Paula Kolz: "Sehr wahrscheinlich ist Kaiser Nero höchstpersönlich für die positive Entwicklung verantwortlich."

Sie verweist darauf, dass sich der Urlaub im eigenen Land seit 20 Jahren im Aufwind befinde. In dieser Zeit hätten sich die Gästezahlen in Rheinland-Pfalz um 27 Prozent erhöht. In der Tourismusregion Mosel-Saar betrage der Anstieg sogar 45 Prozent. Am Ende des Jahres, so hoffen die Touristiker, soll es mit etwas Wetterglück bei Gäste- und Übernachtungszahlen doch noch ein Plus geben. Für den September sagt TV-Wetterexperte Dominik Jung Hochsommerwetter voraus.

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FOTO: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
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