Sauberes Trinkwasser soll Leben retten

Sauberes Trinkwasser soll Leben retten

HAHN. Die Hauptsorge der Helfer im Katastrophengebiet in Südostasien gilt der Seuchengefahr. Sauberes Trinkwasser kann dort Leben retten. Vom Flughafen Frankfurt-Hahn sind Hilfstransporte des Technischen Hilfswerks (THW) unterwegs, um Aufbereitungsanlagen in die indonesische Provinz Banda Aceh zu bringen.

Auf dem Rollfeld des Hunsrück-Airports herrscht am Dienstagmittag ein geschäftiges Treiben. Eine Iljuschin 76 aus Aserbeidschan landet und wird in Windeseile wieder beladen. An Bord sind drei Unimogs und Equipment für Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen. Innerhalb von einer Stunde ist die Maschine wieder in der Luft. "Insgesamt sollen zehn Anlagen nach Indonesien geflogen werden", berichtet Walter Leipold von der THW-Geschäftsstelle in Bad Kreuznach. Sie sollen dazu beitragen, die Seuchengefahr in der besonders vom Seebeben betroffenen Provinz Banda Aceh zu mindern. Damit können bis zu 80 000 Menschen mit sauberem Wasser versorgt werden.THW plant, vor Ort möglichst autark zu sein

Fünf Maschinen sollen neben den Anlagen neun Unimogs, zwei weitere geländegängige Autos und die Ausrüstung für ein 38-köpfiges Team des THW transportieren, das bereits am Montag vor Ort eintraf. Es besteht aus Helfern, die aus Niedersachsen, Bremen, dem Saarland und Hessen kommen. Eine Maschine startete bereits am frühen Dienstagmorgen vom Hunsrück aus mit der gesamten Ausstattung fürs Helferteam. Bis hin zu den Bestandteilen für ein Camp, in dem die Einsatzkräfte vor Ort untergebracht werden sollen. Auch der Treibstoff für die Unimogs, die die Hilfe auch in schwer zu erreichende Landstriche bringen können, kommt per Luftfracht. "Wir versuchen, möglichst autark zu sein und stellen uns auf die schwierigen Verhältnisse vor Ort ein", erläutert Leipold. Die Flugzeuge vom Typ Iljuschin 76 dürfen wegen ihrer Lautstärke im europäischen Luftraum nur noch mit Sondergenehmigung fliegen. Hilfsorganisationen greifen laut THW allerdings gern auf sie zurück. "Sie können rund 45 Tonnen Luftfracht aufnehmen, und Fahrzeuge können direkt in sie hineinfahren", schildert Maria Horbert, Pressesprecherin Flughafen Frankfurt-Hahn die Vorzüge. Außerdem stelle dieser Flugzeugtyp keine großen Anforderungen an eine Landebahn - im Krisengebiet ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH hatte dem THW Simmern, dem die Koordination der gesamten Logistik für den Einsatz übertragen wurde, im Vorfeld unbürokratisch eine leere Frachthalle zur Verfügung gestellt. Dort stapelten sich in den vergangenen Tagen Kisten und Kartons. Die THWler sollen vierzehn Tage lang ehrenamtlich im Krisengebiet tätig sein. Bei der Zusammenstellung wird laut Leipold auf die Qualifikation besonders geachtet. In Bandah Aceh kommen laut Leipold beispielsweise auch Fachkräfte für Gas, Wasser und Elektrik zum Einsatz. Probleme, Freiwillige zu finden, kennt man beim Hilfswerk nach THW-Angaben nicht. Auch in der Region Trier rüstet sich das THW derweil für einen Einsatz in der Katastrophenregion. Laut THW-Geschäftsführer Raimund Bouquoi steht seit vergangenem Wochenende ein zehnköpfiges Einsatzteam bereit. Die aus Bitburg, Prüm und Hermeskeil kommenden Männer sind Elektriker, Gas- und Wasserinstallateure. Potentielles Einsatzgebiet: Wiederaufbau der vielerorts zerstörten Infrastruktur.

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